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Ausbildungsangebot des Monats - August 2007

Dualer Bachelor-Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites

Anbieter:
Private Fachhochschule Göttingen (PFH) am Standort Stade

 
 
 
 

Die Private Fachhochschule Göttingen (PFH) sorgt für frischen Wind aus dem Norden. Seit Oktober 2006 bietet die renommierte Hochschule an ihrem neuen Studienort in Stade eine einzigartige Kombination an: Ein Bachelorstudium in „Verbundwerkstoffe/Composites“ mit Schwerpunkt in carbonfaserverstärkte Kunststoffe (CFK) und gleichzeitig die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker/in Kautschuk und Kunststofftechnik (IHK). Eine Studieninnovation, die Alexander Engels überzeugte: "Ich wollte zuerst Chemie studieren, aber der neue Engineering-Studiengang ist für mich noch attraktiver und bietet tolle Jobaussichten!" Alexander ist mit 25 anderen Bachelorstudenten eine der Jungpioniere in der Welt der Kunststofftechnologie.

Foto: Fachkraft bei der Herstellung von CFK-Leichtbaustrukturen (Quelle: Composite Technology GmbH Stade)

Zukunft Leichtbau

Stade hat sich nicht nur zum Hochschulstandort entwickelt, sondern ist mittlerweile eine der bedeutendsten und größten europäischen Fertigungsstandorte für CFK-Leichtbaustrukturen. Und genau darum geht es bei dem High-Tech Kürzel CFK: Der Werkstoff ist überall dort zu finden, wo es um Gewicht und Festigkeit geht. Viermal fester als Stahl und etwa 20 Prozent leichter als Aluminium ist das CFK-Material vor allem in der Luft- und Raumfahrt, im Fahrzeug- und Schifffahrtsbau, im Windenergieanlagenbau, im Sportgerätebau für Fahrradrahmen oder Speedskates und zunehmend auch im Bauwesen von Bedeutung. Als Partner des Zukunftsstudiums sind das Kompetenznetz CFK-Valley Stade e. V., in dem über 60 Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Bereich der CFK-Leichtbautechnologie zusammenarbeiten, und der internationale Airbus Konzern eingestiegen.

"Der Anteil an CFK-Materialien im Flugzeugbau wird in den nächsten Jahren von 20 auf rund 40 Prozent steigen. Dadurch entsteht allein bei Airbus ein großer CFK-Fachkräftebedarf", schildert Dieter Meiners, Leiter des Airbuswerks in Stade, die Notwendigkeit des neuen Studienangebotes. Im Werk Stade entsteht unter anderem das Seitenleitwerk des A380. Das Leichtbaumaterial hat bereits 22 Prozent Anteil am Gesamtgewicht  - ein Paradebeispiel für die Schlüsseltechnologie CFK.

Foto: Präsentation des neuen Airbus A380 in Toulouse (Quelle: EADS)

Startklar für das Zukunftsstudium

"CFK, das ist wie Aluminium vor 20 Jahren," beurteilt auch Jens Klüsener den Zukunftswerkstoff und verspricht sich vielfältige Berufsmöglichkeiten. Der 21-Jährige ist als Bachelorstudent im Bremer Werk des Flugzeugbauers Airbus angestellt. Im achtsemestrigen Studium lernt er alle relevanten Ingenieursgrundlagen sowie Mathematik, Chemie, Physik, Werkstoffkunde, Englisch und Betriebswirtschaftslehre. In praktischen Labor- und Hausübungen vertiefen die Studierenden das theoretische Wissen. Und nach dem 4. Studiensemester können sie sich auf die Fachrichtungen Produktion oder Design spezialisieren. Ab dem Wintersemester 2007/2008 wechselt der Hochschulbetrieb in das brandneue Composite Campus-Gebäude am Stader Airbus Werk. Insgesamt sollen später drei Professoren und zehn Lehrbeauftragte den exklusiven Kreis der Ingenieure ausbilden.

Die parallele Ausbildung zum Verfahrensmechaniker/in Kautschuk und Kunststofftechnik (IHK) durchlaufen die Studenten in zwei integrierten Praxissemestern und in den Semesterferien. Diese praktischen Einsätze im Ausbildungsbetrieb sorgen für den unmittelbaren Einblick in das Arbeitsgebiet eines Bachelor of Engineering. Im Tagesgeschäft von Airbus erfährt Jens zum Beispiel, wie Ingenieure Stoffe und Anlagen entwickeln, berechnen, konstruieren und prüfen, die mit CFK in Verbindung stehen.

Die exzellente Ausbildungsqualität der privat finanzierten PFH, die bei Hochschulrankings vordere Plätze belegt, hat allerdings auch ihren Preis. Die Bachelorstudenten in Stade beteiligen sich mit monatlich 500 Euro an den Studienkosten, aber es gibt auch Stipendienprogramme, Förderkredite oder die Kostenübernahme durch den Arbeitgeber. Dieses Privileg genießen die 19 Bachelorstudenten bei Airbus: Ihr Ausbildungsbetrieb zahlt die Studiengebühren und eine Ausbildungsvergütung von 795 Euro.

Foto: CFK-Produktion (Quelle: Composite Technology GmbH Stade)

Glänzende Berufsperspektiven

Das duale Konzept verbindet somit auf optimale Weise Unternehmen, Forschung und Lehre. Professor Bernt Sierke, Präsident der Privaten Fachhochschule Göttingen, betont, dass tausende von Ingenieurstellen wegen eines allgemeinen Absolventenrückgangs in Deutschland fehlen: "Ohne eine ordentliche Ingenieursausbildung ist der Zukunftsstandort Deutschland in Gefahr", erklärte Sierke und ist sich sicher, dass die praxisnahe Hochschulausbildung nach der Philosophie "mit der Wirtschaft für die Wirtschaft" den Berufsstand der Ingenieure aufpolieren wird.

Die zukünftigen Faserverbund-Ingenieure haben mit ihrer Studienentscheidung praktisch eine Jobgarantie abonniert. Allein im Kompetenznetz CFK-Valley Stade e. V. wurden in den letzten Jahren 500 neue Arbeitsplätze für die Entwicklung des ultraleichten Stoffes geschaffen. Vielfältige Aufgaben winken den Bachelorabsolventen, sei es in der Konstruktion, der Produktion, im Vertrieb oder im Service.

Neu in Stade ist außerdem der Masterstudiengang "Verbundwerkstoffe/Composites" mit den Schwerpunkten Design und automatisierte Fertigungstechnologien. Das berufsbegleitende Aufbaustudium dauert drei Semester und setzt den Ingenieursabschluss sowie mindestens ein Jahr Berufspraxis voraus, kostet allerdings einen Happen mehr: 990 Euro müssen Studierende dafür im Monat aufbringen. Die Kosten und die Paukerei am Wochenende sind es aber der Masterstudentin Manila Brandt wert. Die 42-jährige Ingenieurin für Verfahrenstechnik hält CFK-Ingenieure für wichtig, weil es an der industriellen Massenproduktion von CFK noch hapere.

Mit dem Brückenschlag zwischen Wirtschaft und Wissenschaft lohnt sich für Studieninteressenten und Unternehmen also diese Bildungsinvestition. Wer die Hochschulreife, gute Leistungen in den Naturwissenschaften und Englisch, Spaß an der Technik mitbringt und das hochschulinterne Auswahlverfahren besteht, dem bietet sich viel Entwicklungspotenzial.

Kontakt:

Private Fachhochschule Göttingen
Studienservice: Frau Daniela Goldmann
Tel. 0551 54700110
E-Mail: studienservice@pfh-goettingen.de
Internet: wwww.pfh-goettingen.de und wwww.cfk-valley.com


Tipp: Der duale Studiengang ist auch in der Datenbank von Ausbildung mit dem Stichwort "CFK" dokumentiert. Weitere Studiengänge im Ingenieurswesen finden interessierte Nutzer mit dem Suchwort "Ingenieur".