Anbieter:
Staatliche Studienakademie – Berufsakademie Thüringen in Eisenach
Sina Dreher legt den Hörer mit einem "Au revoir!" auf. Eben hat sie mit Kunden aus Frankreich telefoniert und Lieferbedingungen der Holzware auf Französisch erläutert. Jetzt muss sie gleich noch einen Blick auf den Reiseplan der Innen- und Außendienstler werfen und koordiniert die letzten Termine – typische Aufgaben in der Exportabteilung ihres Ausbildungsunternehmens.
Für die 21-jährige Abiturientin stand schon früh fest, in dieser Branche beruflich Fuß zu fassen. Schließlich beherrschte sie schon in ihrer Schulzeit drei Sprachen - Englisch, Französisch und Spanisch – und verfolgte in den Medien die spannenden Entwicklungen der Weltökonomie. Und da sie möglichst kurz studieren und früh finanziell unabhängig sein wollte, war die Wahl schnell getroffen: Eine Mischung aus Internationalem und Wirtschaft sollte es sein. Was lag also näher, als an einer Berufsakademie "International Business Administration" zu studieren und mit viel Praxiswissen früh im Berufsleben "etwas bewegen". Die Potsdamerin bewarb sich voller Elan gleich bundesweit und konnte direkt im Anschluss an ihr Abitur die erste Ausbildungshürde nehmen. Auf Anhieb überzeugte sie mit ihrer Sprachkompetenz und ihren schulischen Leistungen einen international tätigen Holzhersteller in Thüringen und startet jetzt ins 2. Jahr ihrer betrieblichen Ausbildung. Das mittelständische Unternehmen hat sich auf dynamische Weise zu einem führenden Hersteller von veredelten Laubschnittholzprodukten entwickelt und hat inzwischen Kunden in über 60 Ländern. Damit wächst gleichzeitig ihr Bedarf an Mitarbeitern – solche mit fundierten fachlichen Kenntnissen und die im weltumspannenden Wettbewerb kommunizieren, handeln, entscheiden und führen können.
International mit Theorie und Praxis
Die berufliche Bildung reagiert auf diese aktuellen Arbeitsmarktanforderungen mit einem klaren Trend zu internationalen und vor allem praxisnahen Ausbildungsangeboten. Für viele Unternehmen sind dabei duale Studiengänge, die eine betriebliche Ausbildung integrieren, der perfekte Qualifikationsrahmen. Denn hier sind die Themen der Lehrveranstaltungen auf die Anforderungen im Betrieb zugeschnitten und werden durch die Praxis in den verschiedenen Abteilungen des Unternehmens vertieft und verfestigt. Bundesweit werden alleine rund 60 duale Studiengänge mit internationaler Ausrichtung von Berufsakademien, Fachhochschulen und Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien angeboten, an denen gut 2.000 Unternehmen beteiligt sind und in denen über 3.400 Studierende qualifiziert werden (Quelle: AusbildungPlus, Stand 2006). Eine von den Unternehmen geschätzte Nachwuchsschmiede ist die Berufsakademie Thüringen in Eisenach, die seit 1999 den dualen Studiengang "International Business Administration" anbietet.

Foto: Hauptgebäude der Berufsakademie in Eisenach
Das Studium ist durch regelmäßige 12-wöchige Theorie- und Praxisphasen gekennzeichnet und dauert nur drei Jahre. Dafür gehen die Theorietage häufig bis in die Abendstunden – ein ausgeprägtes Selbststudium wie an der Uni ist daher kaum zu schaffen und auch nicht vorgesehen. In zeitlich straff organisierten Vorlesungen, Übungen und Praktika lernen die BA-Studenten in den ersten beiden Semestern neben den Grundlagen der Allgemeinen und Speziellen Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und Recht schwerpunktmäßig Mathematik und Statistik sowie Buchführung mit Kosten- und Leistungsrechnung und Informationsverarbeitung. Bis zum vierten Semester schließen sich dann verstärkt die fachbezogenen Module an wie zum Beispiel internationales Marketing, internationale Beschaffung, Import-Exportverfahren sowie Marktforschung mit Excel. In der fünften und sechsten Theoriephase erhalten die BA-Studenten dann mit einem deutlich höheren Gewicht der Speziellen Betriebswirtschaftslehre die letzte "internationale Prägung". In vier eigenständigen Modulen setzen sie sich mit internationaler Unternehmensführung, Qualitätsmanagement und Controlling in internationalen Unternehmen sowie internationalen Wirtschaftsbeziehungen auseinander. Laut Sinas Worten heißt dies konkret, wie man Inlands- und Auslandsmärkte erschließt, Marktanteile sichert, diese ausbaut und welche Strategie man für jedes Land dabei anwendet.

Foto: In kleinen Studiengruppen wird intensiv gearbeitet.
Es geht aber nicht nur um "harte" Fakten, sondern vor allem auch um die lösungsorientierte Handlungsfähigkeit der BA-Studenten. Trainieren können sie dies in den ergänzend angebotenen internationalen Arbeits- und Managementtechniken. Ein hoher Fremdsprachenanteil sichert dabei schon früh die wichtige Kompetenz für das multilinguale Kommunizieren mit ausländischen Geschäftspartnern. "Von Studienbeginn haben wir Wirtschaftsenglisch und in meinem Fall Spanisch als Zusatzfach. Außerdem wird im 3. Semester die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre ausschließlich auf Englisch unterrichtet. Wegen der kleinen Studiengruppe haben wir praktisch Privatunterricht, was klasse ist," beschreibt Sina die Studienbedingungen. Alle Studierenden haben zudem die Möglichkeit, ein Auslandssemester an einer ausländischen Partnerhochschule oder in einem der Vertriebsniederlassungen oder Werkstätten ihres Unternehmens zu verbringen. Sina hat dafür schon alles in die Wege geleitet: Anfang nächsten Jahres wird sie für ein Semester die Londoner Uniluft schnuppern und freut sich schon, Tower Bridge und "the British way of life" zum ersten Mal zu erleben.

Foto: Palace of Westminster, London
Vorausgesetzt natürlich, dass die Klausuren zum Semesterende bestanden sind. Denn nach einer relativ entspannten ersten Quartalshälfte beginnt turnusmäßig für alle zunächst der Prüfungsstress. Die Klausuren sind eng getaktet, es wird gebüffelt und sind diese erstmal geschafft, winkt wieder die willkommene Abwechslung im Unternehmen – oder im 4. Semester der individuelle Auslandseinsatz.
In den Betrieben integriert
Auf die Frage, wie der betriebliche Alltag in ihrem Betrieb aussieht, wirkt Sina etwas überrascht: “Eigentlich ist kein Tag wie der andere. Ich wechsele ständig die Abteilungen, bin dort voll integriert und lerne das Unternehmen aus verschiedenen Blickwinkeln kenne. Ich war bereits in der Logistik und im Marketing, wo ich kleinere Projekte sogar selbstständig betreut habe. Ich durfte den Internetauftritt der Firma mit Inhalten aktualisieren und ergänzen und eine Firmenbroschüre mit entwerfen. Am besten gefällt mir bisher die Exportabteilung, da man hier im Dialog zu den Auslandskunden steht, beraten und betreuen darf oder an speziellen Marktstudien mitarbeitet.“ In den Praxisphasen warten aber auch noch Einsätze in den Abteilungen Organisation, Personalwirtschaft, Einkauf, Rechnungswesen und Controlling auf sie, wo auch hier internationale Kompetenzen mittlerweile unverzichtbar sind.
Was Sina hier lernt und erfährt, muss sie außerdem noch in einer begleitenden Projektarbeit darstellen. Da sind gutes Zeitmanagement und Disziplin für die Abend- und Wochenendschichten wichtig, sonst wird der Druck zu groß: "Verschleiern sollte man nichts. Nur wer leistungsstark ist und durchpowert, kann das duale Studium mit gutem Ergebnis schaffen. Aber ich finde gerade die Kompaktheit des Studiums in Ordnung – Dauerstudenten kann ich absolut nicht verstehen. Der direkte Einsatz in der freien Wirtschaft zeigt uns deutlich, dass man nur mit Engagement weiterkommt", vertritt Sina resolut.
Sina würde am liebsten nach dem Studium bei ihrem Ausbildungsbetrieb in der abwechslungsreichen Exportabteilung bleiben. Als Generalistin stehen ihr aber auch andere Unternehmensbereiche und den damit verbundenen Positionen offen wie zum Beispiel als Produktmanagerin, Produktionsleiterin oder Verkaufsleiterin.
Dass auch andere Unternehmen vom zukunftsträchtigen dualen Studienkonzept überzeugt sind, bestätigt Katja Müller. Sie ist eine der Ausbildungsverantwortlichen bei der AE Services GmbH & Co. KG, eine Aluminium-Druckgießerei mit rund 1.600 Mitarbeitern: "Unsere Erfahrungen mit BA-Studenten waren bislang nur positiv. Sie sind aufgeweckt, lernen zielorientiert und sind trotzdem vielseitig einsetzbar. In den drei Jahren können wir uns zudem ein gutes Bild von ihrer Arbeit machen. Bei einer Übernahme verkürzt sich natürlich die Einarbeitungszeit, da sie das Unternehmen bereits kennen." Der Metallkonzern will in den kommenden Jahren noch verstärkt im internationalen Bereich ausbilden und alle Möglichkeiten für einen Auslandseinsatz schaffen, damit der Nachwuchs andere Kulturen auch selbst erlebt. So laufen die Vorbereitungen für Werkseinsätze in Polen, Österreich und den USA derzeit auf Hochtouren.

Foto: BA-Studentinnen und Studenten bei der Abschlussfeier
Fest steht: Mit diesen internationalen Erfahrungen und Kompetenzen, gepaart mit Berufserfahrung und akademischen Wissen, haben Absolventen des Studiengangs International Business Administration gleich mehrere Trümpfe auf ihrem Karriereweg.
Interesse und Bedarf vorhanden?
Die Berufsakademie Thüringen in Eisenach bietet diesen dualen Studiengang leistungsbereiten Jugendlichen mit Abitur oder Fachhochschulreife und Partnerunternehmen der mittelständischen Industrie oder des Dienstleistungssektors. Diese sollten entweder stark exportorientiert sein oder beispielsweise mit ausländischen Niederlassungen zusammenarbeiten. Bei Fragen zum Studium hilft das Team der Berufsakademie und von AusbildungPlus gerne weiter.
Staatliche Studienakademie – BERUFSAKADEMIE THÜRINGEN
Am Wartenberg 2
99817 Eisenach
Leiter der Studienrichtung: Dr. Stephan Rometsch
Tel.: 03691 6294-60
Sekretariat: 03691 6294-73
Fax: 03691 6294-49
Internet: www.ba-eisenach.de
Email: rometsch@ba-eisenach.deAusbildungPlus
Tel. 0221 4981-686
Email: kontakt@ausbildungplus.de oder über das InternetforumTipp: Die Datenbank AusbildungPlus liefert zu allen bundesweit angebotenen internationalen dualen Studiengängen einen detaillierten Überblick – Inhalte, Studienablauf und Kontaktdaten der beteiligten Unternehmen sind hier erfasst.