Anbieter: Europäische Studienakademie Kälte-Klima-Lüftung ESaK in Maintal/Hessen
Sascha Wurzinger aus Nürnberg ist seit zwei Jahren Werkstudent bei der in Köln ansässigen Linde Kältetechnik GmbH, einer der führenden Hersteller von Kühleinrichtungen für Lebensmittelmärkte. Und das Besondere ist - Sascha fährt ein doppelgleisiges Studium: Parallel zu seinen betrieblichen Einsätzen studiert er an der Europäischen Studienakademie Kälte-Klima-Lüftung (ESaK) in Maintal bei Frankfurt am Main und hat nur noch ein Jahr bis zum Ende seines dualen Studiums vor sich. Dann wird er die hessische Berufsakademie als Diplom-Kältesystemtechniker (BA) verlassen und kann direkt bei Linde in seiner Wunschabteilung Konstruktion & Entwicklung anfangen. Von Anfang an hatte ihm Linde eine dreijährige Übernahmegarantie zugesichert. Und nicht nur er: Alle Kommilitonen in seiner Studiengruppe haben bereits einen festen Arbeitsplatz bei ihrem Partnerunternehmen sicher, darunter namhafte Unternehmen wie Fraport AG und Liebherr-Haugeräte GmbH, aber auch regionale Unternehmen aus Maintal wie die IC Kälte- und Klimatechnik GmbH.
"Das ist weder ein Bummelstudium noch eine Massenveranstaltung," meint Sascha, der die letzten beiden Studienjahre als sehr lernintensiv, aber auch vielseitig und begeisternd erlebt hat. BA-Studenten werden von Beginn an in das Tagesgeschäft der Unternehmen eingebunden und ersparen sich den Praxisschock nach dem Studium. Für die Kooperationsunternehmen wiederum entfällt damit die zeitaufwändige und kostenintensive Suche nach dem richtigen Nachwuchskandidaten – trotz Ausbildungsvergütung und monatlicher Studiengebühren in Höhe von 490 € also eine lohnende Investition für die Unternehmen. Die Absolventen haben aber nicht nur hervorragende Jobaussichten bei ihren Praxisunternehmen, sondern sind auch allgemein auf dem Arbeitsmarkt dringend gesuchte Spezialisten in der Kälte- und Klimabranche - für Entwicklung, Planung, Vertrieb oder den Anlagenbau - und dies vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen.
Einblick bei der ESaK
Bis dahin haben die Studierenden aber drei kompakte Jahre zu meistern, in denen sich Theorie- und Praxisphasen quartalsweise abwechseln. Sascha schildert einen typischen Tag an der Berufsakademie: "Der Tag ist ziemlich lang. Wir haben Vorlesungen von früh morgens bis abends und müssen uns danach noch auf den nächsten Tag vorbereiten. Das machen wir alleine oder oft auch in Lerngruppen. Da wir aber nur 14 Studenten in der Klasse sind, ist die Betreuung sehr gut und das Wissen kann ich mir viel besser behalten. Im Moment arbeiten wir am Projekt 'Ventilauslegung für Spezialfälle oder Störanalyse an der Kälteanlage'. Zu viert analysieren wir zum Beispiel Störwerte, errechnen und entwickeln Lösungsvorschläge."
Foto: ESaK-Studenten sind praktisch und...
Im Grundstudium vom 1. bis 4. Semester belegen alle Studierenden Fächer aus den Kerngebieten Technik und Wirtschaft. Das sind u. a. Mathematik, Thermodynamik, Mechanik, Verfahren der Kälteerzeugung, Komponenten der Kälte- und Klimatechnik, Betriebs- und Hilfsstoffe, Elektrotechnik, Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik, Informationstechnik, CAD-Anwendungen, Recht und auch Betriebswirtschaftslehre. Aber genauso machen Methoden- und Sozialkompetenzen die Studierenden für die Berufswelt fit. So sind Präsentations- und Arbeitstechniken, Selbst- und Zeitmanagement, Projektmanagement, Arbeitsmotivation, Mitarbeiterführung sowie Englisch ebenso im Fächerangebot, um den Studierenden den letzten Schliff zu geben.
Jede Theoriephase schließt mit Prüfungen ab, wobei die Klausuren im 4. Semester mit der im Unternehmen angefertigten Assistentenarbeit die Zwischenprüfung bilden. Die bestandene Zwischenprüfung ist damit auch gleichzeitig der erste berufsqualifizierende Abschluss als Kälte- und Klimasystemtechnik Assistent/in (BA).
Foto: ...theoretisch gefordert (© Medienbüro NutzWort).
In den beiden folgenden Vertiefungssemestern können die Studierenden dann zwischen Kältesystemtechnik oder Klimasystemtechnik wählen, um mit ihrem Spezialwissen selbständig in Projekten mitarbeiten zu können. Die Kältesystemtechniker in spe befassen sich beispielsweise mit Schaltungen von Kälteanlagen, Sonderkälteanlagen und der Komponentenauswahl. Die angehenden Klimasystemtechniker setzen sich dagegen vorwiegend mit Zentralklimaanlagen, Wärmepumpen, Kaltwassersätze, Heizungs-, Sanitär- und Gasanlagen sowie Gebäudeleittechnik auseinander.
Die wenige Freizeit, die den Studenten in den Theoriephasen bleibt, verbringen sie dann meistens gemeinsam, wodurch ein starker Zusammenhalt entsteht. Und nach drei Monaten heißt es dann wieder für alle – ab in die Praxis – wo sie den Teamgeist im Betrieb erfahren.
Ingenieure die anpacken
Nachdem er anfangs in alle Abteilungen bei Linde hineinschnuppern durfte, ist Sascha jetzt in der Konstruktion & Entwicklung eingesetzt. "Ich arbeite momentan in einem vierköpfigen Team mit Meistern, Technikern und Ingenieuren. Typische Aufgaben sind hier die Leistungsmessung an Kälteanlagen im Versuchslabor oder ich prüfe einzelne Komponenten der Anlagen für unsere Kunden im Bereich Gastronomie, Industrie und Lebensmittelhandel. Ein Arbeiten nach Schema F ist das hier aber nie," schildert Sascha seinen Praxisalltag. Bei Linde, wo der Praxisbezug des Studiums hoch geschätzt ist, herrscht ein Geben und Nehmen. Sascha arbeitet aufgrund seines Wissens bereits sehr selbständig, hat aber immer einen Ansprechpartner zur Seite, wenn es – laut Saschas Worten – "brennt".
Neben Linde beteiligen sich rund 50 andere Unternehmen vor allem aus dem Mittelstand am Studienmodell, darunter weitere Anlagenbauer, Hersteller kälte- und klimatechnischer Komponenten und Systeme, Vertriebsgesellschaften oder Betreiber von Kälte- und Klimaanlagen.
Sandra Effenberger, 23 Jahre und eine der wenigen weiblichen ESaK-Studenten, ist beim mittelständischen Handwerksbetrieb IC Kälte- und Klimatechnik in Maintal angestellt (© Foto: Medienbüro NutzWort). "Unsere Studentin übernimmt schon heute Projektplanungen, ist bei Verhandlungsgesprächen mit dabei und fährt mit auf die Baustelle, wo sie bei der Installation mit anpackt", so ihr Ausbildungsbetreuer Stephen Orthey. "Außerdem tragen wir dafür Sorge, dass Frau Effenberger bei Partnern unseres Betriebs Einblicke bekommt, wenn es um Tätigkeiten geht, die wir selbst nicht ausüben." Genau dieser Praxisbezug reizte Sandra am BA-Studium: "Das Tolle ist, wenn du auch wirklich versteht, was dahinter steckt, ganz egal was du machst!"
Über jede Praxisphase müssen Sascha und Sandra einen Praxisbericht verfassen. In der 4. Praxisphase steht darüber hinaus eine Studienarbeit an, bis die Studierenden schließlich im 6. Semester zum großen Finale ansetzen und ihre praxisrelevante Diplomarbeit im Unternehmen anfertigen. Nach allen Prüfungen erwerben sie den entsprechenden Abschluss als Dipl.-Ing. (BA) Kältesystemtechnik bzw. Dipl.-Ing. (BA) Klimasystemtechnik. Und auf die meisten wartet dann bereits ein fester Arbeitsplatz.
Rosige und sichere Aussichten
Nicht nur die guten Berufsaussichten, sondern auch das feste betriebliche Einkommen während des Studiums geben bereits ein sicheres Gefühl. "Bei uns orientiert sich die Bezahlung für BA-Studenten an den bekannten Ausbildungsvergütungen von gewerblichen Auszubildenden", so eine Ausbildungsverantwortliche der Linde Kältetechnik GmbH. Die Summen bewegen sich monatlich zwischen 700 und 800 €, doch werden die Verträge einzeln ausgehandelt. Auf das Konto des Ausbildungsunternehmens gehen aber auch Lernmaterialien und natürlich die monatlichen Studiengebühren. Außerdem ist jeder Student durch seinen Praxispartner kranken- und sozialversichert und erhält einen Jahresurlaub von bis zu 30 Tagen.
Um den Ausbildungsvertrag muss sich jeder Student allerdings selbst kümmern, aber die Berufsakademie oder auch die Datenbank von AusbildungPlus unterstützen bei der Suche nach Firmen. Schulische Voraussetzung ist dabei die Fachhochschulreife oder das Abitur. Haben die Studenten einen Betrieb gefunden, verbleiben die meisten nach Abschluss des Studiums auch dort – häufig im Vertrieb, in der Auftragsabwicklung oder wie bei Sascha in der Konstruktion & Entwicklung. Potenzielle Arbeitgeber sind in der Regel Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus, Architektur- und Ingenieurbüros, Unternehmen in der Bauinstallation sowie in der Chemie-, Pharmazie- und Nahrungsmittelindustrie.
Foto: Tiefkühlset (© Linde Kältetechnik GmbH)
Dort sind die gesuchten Kälte- und Klimaingenieure für den Aufbau, die Steuerung und die Wartung von Anlagen zuständig, sie sorgen für den wirtschaftlichen Einsatz der Anlagen, klären Rechts- und Sicherheitsvorschriften und führen Kontrollmessungen durch.
Dabei sind BA-Studenten auf dem Arbeitsmarkt genauso flexibel und erfolgreich wie Absolventen anderer Hochschularten und haben bei der Anwenderorientierung und der Kürze der Einarbeitungszeit sogar die Nase vorn. Sascha bringt es auf den Punkt: "Es gibt viele freie Stellen, man muss nur mobil sein, Interesse mitbringen, Durchhaltevermögen haben und gut in Mathe und Physik sein."
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Europäische Studienakademie
Kälte-Klima-Lüftung ESaK
Senefelderstraße 3
63477 Maintal
Tel.: 06109 6954-40
Fax: 06109 6954-49
E-Mail: info@esak.de
Internet: www.esak.deTipp:
In der Datenbank von AusbildungPlus sind derzeit insgesamt 52 duale Studiengänge in Hessen dokumentiert.
Über den Studienumfang in den einzelnen Bundesländern informiert außerdem eine statistische Länderübersicht.
(Quellen Statements u.a.: Dipl.-Ing. Achim Frommann-Medienbüro NutzWort Achern)