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Ausbildungsangebot des Monats - September 2006

Leistungskurs für Maler- und Lackiererlehrlinge

Anbieter: Maler- und Lackiererinnung München Stadt und Land

Malerbetriebe können viel mehr als die meisten wissen. In der Öffentlichkeit wird der Beruf des Malers und Lackierers häufig auf das Kleistern und Anstreichen reduziert, obwohl gerade dieser Handwerksberuf eine Fülle an kreativen Möglichkeiten zulässt und eine enorme Bandbreite an Tätigkeitsfeldern aufweist. Ob Neubau, Denkmalschutz oder Fahrzeuge: Maler und Lackierer haben ein besonderes Händchen für Farbe und beherrschen anspruchsvolle Spezialtechniken, um verschiedenste Oberflächen individuell und ganz nach Kundenwunsch zu gestalten, zu verschönern und zu erhalten.

 
 
 
 

Malerbetriebe können viel mehr als die meisten wissen. In der Öffentlichkeit wird der Beruf des Malers und Lackierers häufig auf das Kleistern und Anstreichen reduziert, obwohl gerade dieser Handwerksberuf eine Fülle an kreativen Möglichkeiten zulässt und eine enorme Bandbreite an Tätigkeitsfeldern aufweist. Ob Neubau, Denkmalschutz oder Fahrzeuge: Maler und Lackierer haben ein besonderes Händchen für Farbe und beherrschen anspruchsvolle Spezialtechniken, um verschiedenste Oberflächen individuell und ganz nach Kundenwunsch zu gestalten, zu verschönern und zu erhalten.

Neben den moderneren Fassaden- und Airbrushtechniken lassen andere Arbeitsverfahren wie Radieren, Marmorieren oder Schablonieren ahnen, dass das Malerhandwerk schon seit jeher eng mit Kunst verknüpft ist (Foto: Goldradierung). Solche komplexen Arbeiten entstehen aber nicht nur unter den Händen erfahrener Malermeister, sondern auch talentierte Auszubildende im Malerhandwerk können diese Techniken bereits in der Ausbildung erlernen und bis zur Meisterschaft bringen. Die Maler- und Lackierer-Innung in München bietet einen Leistungskurs für ambitionierte Lehrlinge an, die künstlerische Visionen mit handwerklicher Perfektion verbinden möchten und sich dabei - ganz nebenbei - persönlich weiterentwickeln.

Malertalente gesucht und gefunden

Schon seit über 20 Jahren hat sich dieser bundesweite Spezialkurs bewährt und ist mittlerweile in der beruflichen Bildung fest etabliert. Der dreimonatige Vollzeitlehrgang richtet sein Augenmerk auf besonders begabte Malerlehrlinge im 3. Ausbildungsjahr, um sie fachlich und persönlich zu fördern.

Foto: Auszubildender übt sich in Freihandmalerei

Dass sich der Kurs tatsächlich als wahrer „Talentschuppen“ entpuppt hat, zeigen die vielen Innungs-, Landes- und Bundessieger, Medaillengewinner und sogar Spitzenplatzierte bei der Internationalen Berufsweltmeisterschaft, die aus dem Leistungskurs hervorgegangen sind. So auch der ehemalige Bundessieger Stephan Ampenberger aus Tutzing. Er begründet seine Kursteilnahme vor allem mit seiner Neugier auf traditionelle Techniken:„Man kann schon sagen, dass der Arbeitsalltag durch rationelle Arbeitstechniken geprägt ist, da die konventionellen Auftragsarbeiten den Hauptumsatz im Malerbetrieb ausmachen. Aber es gibt auch einen bestimmten Kundenkreis, der individuelle Ansprüche in der Raumgestaltung hat. Daher haben mich die anspruchsvolleren Maltechniken gereizt und bin von meinem Chef darin bestärkt worden.“ Auch persönlicher Ehrgeiz spornten ihn zur Teilnahme an:„Ich wollte wissen, wie geschickt andere Auszubildende mit Pinsel und Farbe umgehen und war gespannt, ob ich das Zeug haben würde, mit ihnen mitzuhalten.“

Ohne Handwerk keine Kunst

Stephans Erwartungen wurden im Intensivkurs voll erfüllt. Denn die breite Angebotspalette im fachlichen Bereich reicht von historischen bis modernen Spezial- und Schmucktechniken und Arbeitsverfahren, in denen aber nicht nur Malstock und Pinsel zum Einsatz kommen, sondern immer wieder auch der Computer, der vor allem bei Schriftentwürfen und Folienarbeiten optimale Gestaltungsmöglichkeiten bietet.

Foto: Auszubildende trainieren Airbrush-Techniken...

Foto: ...und optische Spachteleffekte

Neben einer soliden handwerklichen Basis ist es aber auch wichtig, dass die Auszubildenden ein Gefühl für die eigene Hand entwickeln und sie sind begeistert, wenn sie ohne Zirkel und Lineal erstaunlich lebendige Resultate erzielen. So gehören Freihandzeichnungen, perspektivisches Zeichnen und Freihandmalerei mit dem Blatt- und Spitzpinsel zu den ersten Übungsaufgaben, um danach in die verschiedensten Imitationstechniken einzusteigen.

 

Hier lernen sie, visuelle Effekte zu kreieren: Angefangen beim Marmorieren von Stein- oder Maserieren von Holzarten, über künstliches „Altern“ von Oberflächen durch das Patinieren bis hin zu plastisch wirkenden Darstellungen von Gegenständen mit Hell-Dunken-Abstufungen, kurz Graumalerei genannt. Aber auch Gold- und Silberradierungen, Sandsteinmalerei, Schleiflackarbeiten mit mehreren aufgetragenen Lackschichten, Schablonenarbeiten, Folienarbeiten und Schattierungstechniken wie Airbrush gehören zu den vielen historischen und neuzeitlichen Techniken, welche die Malerlehrlinge kennen lernen und sie immer wieder aufs Neue faszinieren.

Zusätzliche Sonderveranstaltungen zur Kulturgeschichte zeigen den schon seit Jahrhunderten engen Bezug des Malerhandwerks zur Kunst. In exklusiven Führungen des Museumspädagogischen Zentrums der Neuen Pinakothek in München lernen sie, den Zusammenhang zwischen der damaligen Lebensweise, Geistes- und Glaubenshaltung und dem Handwerk zu verstehen und erwerben damit ein viel umfassenderes Kunstverständnis, als sie es bisher aus ihrer Schulzeit kannten.

In der Gruppe geht alles leichter

Neben der fachlichen Ebene dreht sich im Kurs aber immer wieder alles um die eigene Kreativität, das Selbstvertrauen und die Teamfähigkeit.

Die Devise lautet nicht Frontalunterricht, vielmehr sollen die Auszubildenden eigenständig handeln und individuelle Ideen und Kenntnisse in der Gruppe austauschen, beschreibt Stephan Ampenberger lebhaft:„Von Anfang an herrschte eine ungewöhnlich lockere und kollegiale Atmosphäre, für mich die ideale Voraussetzung für aktives Lernen. Die Lehrkräfte gaben zwar Anstöße, waren dann aber Teil dieser Gemeinschaft, halfen, zeigten Tricks und freuten sich mit uns über Aha-Erlebnisse. Wir konnten bis spät in den Abend hinein in den toll ausgestatteten Werkstätten werkeln. Bessere Lern- und Arbeitsbedingung kann ich mir nicht vorstellen!“

Folglich besteht für die Kursleitung der größte Lernerfolg darin, wenn die Teilnehmer sich nicht nur im individuellen Leistungsvergleich sehen, sondern eine Arbeitsatmosphäre erleben, in der sich alle gegenseitig unterstützen. Die Ausbildungsverantwortlichen möchten Freude am Lernen vermitteln und die Teilnehmer letztlich zu einem lebenslangen Lernen motivieren.

Foto: In den Werkstätten kennt die Kreativität keine Grenzen.

Um erste Hemmungen abzubauen, thematisiert ein zweitägiges Einführungsseminar Fragen der Zusammenarbeit und teamfördernde Eigenschaften. So wird schnell aus einer völlig fremden Gruppe eine eingeschworene Mannschaft. Tatsächlich bestehen sogar noch heute etliche Bekanntschaften aus dieser Zeit, von denen die Teilnehmer auch beruflich weiter profitieren können.

G(l)anz zum Schluss

Nach drei Monaten Intensivschulung wartet auf die Malerlehrlinge die verdiente Anerkennung für ihr Engagement.

 

Das bunte Spektrum ihrer Arbeiten wird am Ende in einer ganzjährigen Ausstellung im innungseigenen Berufsbildungs-
zentrum präsentiert. Stephan bekommt rückblickend noch immer glänzende Augen:„Als ich im Ausstellungsraum unsere ausgewählten Werke im Scheinwerferlicht erstrahlen sah, war ich völlig verblüfft über die Schönheit und Fülle kunsthandwerklicher Arbeiten. Die Abschlussfeier zur Übergabe der Leistungszertifikate mit den Lehrherren und Eltern war für mich ein unvergesslicher Höhepunkt in meiner Ausbildung,“ und fügt überzeugt hinzu:„Heute bin ich im Betrieb vielseitig einsetzbar und kann mit dem Zusatzwissen in vielen Fragen professionell beraten. Den Kurs kann ich jedem interessierten Lehrling nur wärmstens empfehlen!“

Der Lehrgang findet regelmäßig in den Wintermonaten Dezember bis Anfang März statt und beginnt voraussichtlich wieder am 27.11.2006. Im Kursablauf integriert sind der Berufsschulunterricht und die Inhalte der überbetrieblichen Unterweisung des 3. Lehrjahres. Aber Gutes hat hier auch seinen Preis: Die aktuelle Kursgebühr beträgt 1.980,- €. Da die Nachfrage nach dem Leistungskurs aber sehr hoch und die Teilnehmerzahl begrenzt ist, sollten sich Interessenten frühzeitig anmelden. Auswärtige Teilnehmer können außerdem die Zimmer im innungseigenen Internat nutzen. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage www.malerinnung-muenchen.de unter der Rubrik „Ausbildung“ oder beim Ausbildungsleiter Herrn Doll.

Anbieter:

Kontakt:
Maler- und Lackierer-Innung München Stadt und Land
Ungsteiner Straße 27
81539 München
Tel.: 089 680782–0
Fax: 089 680782–61
E-Mail: info@malerinnung-muenchen.de
Internet: www.malerinnung-muenchen.de

Tipp:
Neben diesem Leistungskurs gibt es zahlreiche weitere Angebote speziell für den Beruf des Maler und Lackierers – vom Auslandsaufenthalt und Betriebsassistent im Handwerk bis hin zur Restaurationsmalerei. Insgesamt über 260 attraktive Zusatzqualifikationen finden interessierte Nutzer in der Datenbank von AusbildungPlus. Einfach nur den Ausbildungsberuf in der Berufsauswahlliste markieren und die Suche abschicken!

 
 

Herausgeber: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Der Präsident
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
http://www.bibb.de

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Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers dar.