Anbieter: Infineon Technologies Dresden in Kooperation mit der Westsächsichen Hochschule Zwickau
Dresden, das „barocke Elbflorenz“ mit seiner jahrhundertelangen Kunst- und Musiktradition hat sich seit Ende des 20. Jahrhunderts zu einem der innovativsten Zentren der elektronischen Chip-Technologie entwickelt. Mit dem sprichwörtlichen sächsischen Fleiß und der sächsischen Pfiffigkeit behauptet sich die Metropole heute als „Silicon Saxony“ auf den internationalen Märkten neben Kalifornien, Japan, Taiwan und Korea. Der Markt boomt weltweit, denn ohne die Mikrosystemtechnik und Mikroelektronik sind viele Hochtechnologie-Produkte in der Automobilindustrie oder Medizintechnik, in der Multimediabranche oder in der Luft- und Raumfahrt nicht denkbar.
Das High-Tech-Unternehmen Infineon - Eine Erfolgsstory auf der grünen Wiese
Foto: Standort von Infineon in Dresden
Infineon Technologies Dresden ist eines von mehreren Unternehmen der Halbleitertechnologie in Dresden. Als modernste Mikroelektronik-Produktionsstätte weltweit ist Infineon zugleich ein Vorzeigeunternehmen mit Modellcharakter und eine wichtige Jobmaschine der Region. Im Chip-Mekka Dresden sind alleine 5.500 Mitarbeiter beschäftigt. Bei Infineon werden Speicherchips und Logikbausteine auf Siliciumscheiben, den so genannten Wafern, hergestellt. Seit 2000 produziert Infineon Speicherchips von Wafern im Durchmesser von 300 mm und hat damit für ein europäisches Unternehmen einen neuen Standard gesetzt. Durch die rund 2,5-mal größere Anzahl von Chips auf der Fläche eines 300-mm-Wafers ergeben sich Kostenvorteile von bis zu 30% gegenüber den herkömmlichen Chipgrößen von 200 mm Durchmesser.
Ein wie oben dargestellter Waferchip von Infineon findet seine Anwendung in vielen Alltagsprodukten wie zum Beispiel Personal Computer, Drucker, MP3-Player, Mobiltelefone, Digitalkameras, Digital TV's oder Bank- und Telefonkarten.
Für diese technischen Hochleistungen sind entsprechend gut ausgebildete Köpfe nötig.
Die Talentschmiede
Die dresden chip academy ist ein Ausbildungszentrum von Infineon Technologies Dresden für Berufe in der Hochtechnologie und das interne Weiterbildungszentrum des Unternehmens. Gegründet am 1. Oktober 2002 in Partnerschaft mit Silicon Saxony, bietet sie heute rund 250 Ausbildungsplätze an. Frank Donath, Leiter der dresden chip academy, glaubt an den Satz „Mache andere Menschen erfolgreich" und ist überzeugt, dass nur derjenige am Markt gewinnt, der die besseren Mitarbeiter hat. "Es ist die offene Art, miteinander umzugehen. Nach dem Motto: Wir packen gemeinsam an. Probieren aus und haben Erfolg", antwortet Donath auf die Frage nach der Mitarbeitermotivation.
In der Berufsausbildung geht die dresden chip academy neue Wege. Seit 2002 bietet sie in Zusammenarbeit mit der Westsächsischen Hochschule Zwickau den Dualen Studiengang Mikroelektronik an. In nur fünf Jahren wird der junge Nachwuchs parallel zum Mikrotechnologen und Diplom-Ingenieur ausgebildet. Die positive Entwicklung des Hochtechnologiesektors in Sachsen und der sich abzeichnende Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften gaben den Anstoß für die Einrichtung des Studiengangs.
„Ich war auf der Suche nach einem praxisorientierten Studium und stolperte im Internet auf die Anzeige vom dualen Studium Mikrotechnologie bei Infineon,„ berichtet Eric Neubert, Student im 7. Semester. „Mich hat vor allem der Konsens zwischen Studium und Beruf sehr angesprochen. Ein weiterer Vorteil war die Entlastung meines Portemonnaies, weil es ja ein bezahltes Studium ist. Nach den fünf Jahren Ausbildung bin ich im Betrieb sofort und voll einsetzbar, da ich die Abteilung schon kenne und auch an den Anlagen gearbeitet habe.“
Das zukunftsträchtige Ausbildungsmodell – vom Lötkolben bis zur Formelsammlung
Der duale Studiengang Mikrotechnologie ist angelehnt an ein physikalisches Studium mit zusätzlichen Schwerpunkten in Mikrosystemtechnik und Elektrotechnik. Im Grundstudium erwerben die Studierenden fundierte Kenntnisse im allgemein technischen, mathematischen, physikalischen, chemisch-technischen und elektrotechnischen Bereich sowie in Informatik. Fremdsprachen und Betriebswirtschaftslehre ergänzen das ingenieurwissenschaftliche Grundwissen. Im Hauptstudium wird vor allem halbleiterspezifisches als auch verfahrenstechnisches Know-How vermittelt und differenziert vertieft, so zum Beispiel in Lasertechnik, Plasma- und Elektronenstrahltechnik, Vakuum- und Kryotechnik, Oberflächenanalytik, Röntgenfeinstrukturanalyse, Mikrosysteme und Mikrosensorik. Auch der bunte Mix an Wahlfächern garantiert eine qualitativ hochwertige und breit angelegte Ausbildung. Die Studierenden haben im technischen Bereich die Wahl zwischen Fotovoltaik, Alternative Energieerzeugung, Technische Optik, Recycling, Gerätekonstruktion, Rapid Prototyping oder Mikrocontrollersysteme. Aber auch weitere fächerübergreifende Kompetenzen wie Rhetorik oder Unternehmensführung stehen auf dem Studienprogramm.
Um die Brücke zwischen Theorie und Praxis zu schlagen, stehen spezielle Reinräume an der Hochschule zur Verfügung. An diesen partikelfreien Arbeitsplätzen können die Studierenden selbstständig an den Anlagen und Geräten der Halbleiterindustrie arbeiten und komplette Schaltkreise sowie intelligente Sensorsysteme entwerfen, fertigen und testen. Somit lernen sie vollständige Arbeitsabläufe kennen und können zudem unter professionellen Bedingungen mit neuen Verfahrensschritten experimentieren.
Foto: Die Aufnahme zeigt im Ausschnitt eine Poliermaschine im Reinraum, auf deren Tools die Oberflächen der Siliziumscheiben während des Fertigungsprozesses immer wieder plan poliert werden.
Die praktischen Grundfertigkeiten verschafft vor allem die betriebliche Facharbeiterausbildung zum Mikrotechnologen. Innerhalb der dreijährigen Berufsausbildung, die eng mit der Studienzeit verzahnt ist, planen und organisieren die jungen Arbeitskräfte Versuchsreihen und Arbeitsabläufe für die Herstellung von Halbleiterprodukten und Mikrosystemen. Sie richten Anlagen und Apparaturen ein, überwachen Fertigungsprozesse und haben dabei stets das Augenmerk auf die Qualitätskontrolle und das Logistikmanagement gerichtet.
Der hohe Praxisbezug war auch für Rico Gärtner, der kurz vor seinem Abschluss steht, ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl dieses dualen Ausbildungsmodells: „Ich bewarb mich vorrangig bei Berufsakademien, bevor ich das neue Studium von Infineon kennen gelernt habe. Der Reiz liegt darin, dass wir sowohl vom Löten bis hin zur hautnahen Chipentwicklung im eigenen Ausbildungslabor die Praxis erfahren und auch im Studium recht tief in die Materie schauen. Auch das Klima innerhalb der Studiengruppen ist toll. Aus 9 bis 15 Leuten besteht eine Klasse, alle sind fast im gleichen Alter und kommen aus vielen Teilen Deutschlands.“
Foto: Labor in der dresden chip academy
Einzelarbeit im Halbleiterlabor ist genauso an der Tagesordnung, wie ...
... Gruppenarbeit mit den Kollegen.
Der Studienzeitplan – kurz, effizient, zielstrebig
Nach insgesamt zehn Semestern haben die Studierenden einen Doppelabschluss in der Tasche, den Facharbeiterbrief Mikrotechnologe/in und den Titel Diplom-Ingenieur/in (FH) für Mikrotechnologie. Dabei sind die Ausbildungsphasen im Infineon Werk, in der dresden chip academy und an der Hochschule zeitlich und inhaltlich so gut aufeinander abgestimmt, dass die Studierenden die IHK-Prüfung im Ausbildungsberuf ohne Zeitverlust nach drei Jahren ablegen können. Nach zwei weiteren Studiensemestern, Betriebspraxisphasen und einer einjährigen Diplomphase im Unternehmen erreichen die Studierenden nach fünf Jahren den begehrten Ingenieursgrad.
Dass Infineon während der gesamten Ausbildungs- und Studienzeit eine regelmäßige Vergütung an die Studierenden zahlt, trägt zum schnellen Abschluss bei. Die Nachwuchskräfte können sich mit dieser finanziellen Absicherung voll auf die Ausbildung konzentrieren.
Auf die Frage, welche Gründe für ihre Studienwahl besonders ausschlaggebend waren, antwortet Theres Böhme: „Das Hauptargument war und ist für mich die Praxisbezogenheit. Fünf Jahre Studium mit knapp zwei Jahren Praxis plus Facharbeiterabschluss und am Ende das Diplom: Da gab es kein langes Überlegen für mich! Auch der finanzielle Aspekt und die Abwechslung zwischen dem Arbeiten in Dresden und dem Studium in Zwickau sind überzeugende Argumente.“
Gefragte High-Tech Spezialisten auf dem Arbeitsmarkt
Mit der insgesamt kurzen Ausbildungszeit können die jungen Arbeitskräfte schon früh ins Berufsleben starten. Da die Mikrotechnologie als Zukunftstechnologie schon alle Bereiche des Lebens beeinflusst, sind die Chancen auf langfristige und vielfältige Tätigkeiten der Absolventen ausgesprochen gut. Mikrotechnologen besetzen vor allem Schlüsselpositionen in Produktion und Forschung, wo komplexe Mikrobauteile, Schaltungen oder Systeme für die Alltagswelt entwickelt werden. Mit ihrer breit angelegten Ausbildung können diplomierte Mikrotechnologen aber auch im Kundendienst, im Marketing, im Einkauf oder Verkauf eines Unternehmens oder als Gutachter tätig sein. Nicht zuletzt ist auch der Schritt in die Selbständigkeit mit einem eigenen Ingenieurbüro für Beratungs-, Planungs-, Projektierungs- oder Konstruktionsdienstleistungen eine berufliche Alternative für Diplom-Mikrotechnologen.
Einstieg bei Infineon: Am richtigen Ort, zur richtigen Zeit!
Ein Jahr vor Ausbildungsbeginn startet die Bewerbungsphase. Interessenten mit allgemeiner oder fachgebundener Hochschulreife/Schwerpunkt Technik können sich ab Anfang September bei Infineon melden. Von den Bewerbern wird natürlich ein Faible für Naturwissenschaften und Technik, aber auch Mobilität, Leistungsbereitschaft und Teamfähigkeit erwartet. Besonders vorteilhaft sind gute Noten in den Fächern Mathematik, Physik und Englisch. Wer diese Voraussetzungen mitbringt, schickt sein Bewerbungsschreiben mit Angabe des Berufswunsches, einen tabellarischen Lebenslauf mit Passfoto und den Kopien der beiden letzten Schulzeugnisse an Infineon.
Für den dualen Studiengang an der Westsächsischen Hochschule Zwickau ist die Anmeldefrist der 15. Juli für das darauf folgende Wintersemester. Detaillierte Informationen zum Studium und zum Zulassungsantrag sind auf der Homepage der Hochschule zu finden.
Anbieter:
Ansprechpartner:
Infineon Technologies Dresden GmbH & Co. OHG
Human Ressources
Frau Przybilski
Königsbrücker Straße 180
01099 Dresden
Tel.: (03 51) 8 86-13 18
Fax: (03 51) 8 86-13 52
E-mail: angelika.przybilski@infineon.com
Internet: www.infineon.com
Westsächsische Hochschule Zwickau (FH)
Dr.-Friedrichs-Ring 2A
08056 Zwickau
Fachbereich Physikalische Technik/Informatik
Prof. Dr. Christel Reinhold
Dekanin
Tel.: (03 75) 5 36-15 00
E-mail: Physikalische.Technik.Informatik@fh-zwickau.deDezernat Studienangelegenheiten
Studienberatung
Frau Wiesner
Tel.: (03 75) 5 36-11 84
E-mail: Dezernat.Studienangelegenheiten@fh-zwickau.de
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