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Ausbildungsangebot des Monats - Juli 2005

Logistikassistent/in

Anbieter: Berufliche Schulen Kehl

 
 
 
 

Die heutigen Märkte sind weltumspannend, der globale Güteraustausch verläuft über den Landverkehr oder als Luft- und Seefracht. Verkäufer müssen auf Kundenwünsche flexibler reagieren und die Lieferzeiten werden kürzer. “Logistik“ ist hier das Kerngeschäft, das die Beschaffung, Lagerung und Verteilung von Waren- und Informationsströmen kosten- und zeitoptimal managt. In diesem hochkomplexen und spannenden Wirtschaftsgefüge gewinnt die Logistik daher eine zunehmende strategische Größe, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu sichern.

Damit diese Waren- und Informationsflüsse reibungslos funktionieren, werden Experten mit Weitblick benötigt, die administrative, planerische und dispositive Aufgaben beherrschen und über eine hohe Beratungskompetenz auf internationalen Märkten verfügen.

Dass die Logistikdienstleistung keine trockene Bürotätigkeit ist, sondern Kreativität und Flexibilität verlangt, zeigen die vielfältigen Anforderungen. Logistiker regeln die gesamten Warenströme. Sie organisieren Warentransporte, vermitteln zwischen dem Kunden und dem Transporteur, füllen Zolldokumente aus, schließen Versicherungen ab und sorgen dafür, dass die außenwirtschaftlichen Vorschriften und Umweltbelange eingehalten werden. Für Kunden werden neue Logistikkonzepte ausgeklügelt, Reklamationen bearbeitet, Verbesserungsvorschläge unterbreitet und Preise durchkalkuliert. Dabei ist die Verhandlungssprache mit ausländischen Geschäftspartnern meist Englisch. Nicht zuletzt spielt auch die richtige Personalauswahl und der Personaleinsatz bei der Verkehrsabwicklung eine große Rolle, für deren Koordinierung Logistiker eingesetzt werden.

Wieso Zusatzqualifikation?

Auszubildende zum/zur Kaufmann/frau für Spedition und Logistikdienstleistung können sich für diese Herausforderungen durch eine zusätzliche managementorientierte Qualifizierung als Logistikassistent/in rüsten. Die Zusatzqualifikation ist ein Angebot der Beruflichen Schule in Kehl in Kooperation mit den Industrie- und Handelskammern in Freiburg und Stuttgart sowie namhafter Unternehmen der Region. Die Berufliche Schule Kehl zeichnet sich durch dieses in ihrer Region einzigartige Angebot in besonderer Weise aus.

Angesprochen sind volljährige, besonders leistungsfähige Bewerber mit Fachhochschulreife oder Abitur, die eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit, Teamorientierung und Organisationstalent besitzen und in der Lage sind, “über den Tellerrand hinauszuschauen”, also ganzheitlich und global zu denken.

Gerade diese Anforderungen haben Stefanie Perez angesprochen. Die 21-jährige Abiturientin ist Auszubildende bei der DHL Freight GmbH in Appenweier und befindet sich im 2. Ausbildungsjahr. “Mich haben der Kontakt zu anderen Menschen, die Fremdsprachen und natürlich der dreimonatige Auslandsaufenthalt zu Beginn des 3. Ausbildungsjahres besonders gereizt. Mein Arbeitgeber zahlt die Ausbildung und die Kosten für den Auslandsaufenthalt.”

“Wichtig für meine Entscheidung war natürlich auch, dass ich in diesem Beruf auch noch in Zukunft viele Chancen haben werde. Meine Schwester hat den gleichen Beruf gewählt und daher wusste ich von dieser Ausbildung. Da ich Abitur habe und eine kaufmännische Ausbildung machen wollte, habe ich mich letztendlich dazu entschlossen.”

Inhalte und Ablauf der Zusatzqualifikation

In der Beruflichen Schule Kehl erhalten die angehenden Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung fachtheoretischen Intensivunterricht in Allgemeiner Wirtschaftslehre, Spezieller Betriebswirtschaftslehre, Rechnungswesen, Datenverarbeitung und in einer Fremdsprache. Der Lehrstoff wurde von der Berufsschule in enger Abstimmung mit den Erfordernissen der Logistikunternehmen entwickelt und in Teilzeitform unterrichtet.

Inhaltlicher Schwerpunkt der Zusatzqualifikation ist die Verkehrsbetriebslehre/Logistik. Hier lernen die Auszubildenden, Verkehrswege zu analysieren und Verkehrsabwicklungen zu planen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist das Controlling/Qualitätsmanagement, wo sie betriebliche Kennzahlen und Leistungsdaten ermitteln und auswerten. Ergänzend werden die Auszubildenden in Finanz- und Rechnungswesen mit den Bereichen Kosten und Leistungsrechnung, Kalkulation und Budgetierung unterrichtet. Im Fachgebiet Personalauswahl, Personaleinsatz und Personalentwicklung eignen sie sich Kenntnisse in Arbeits- und Sozialrecht und in Personalführung an. Nicht zuletzt ist die Datenverarbeitung in dieser Zusatzqualifikation ein unerlässliches Fach, denn die künftigen Logistiker müssen modernste Informationsmedien beherrschen. In Vorbereitung auf internationale Geschäftskontakte können die Auszubildenden schließlich als zusätzliche Fremdsprache Englisch oder Französisch wählen. Hier trainieren sie vor allem Fachausdrücke der Verkehrswirtschaft und Logistik. Ihre frischen Fremdsprachenkenntnisse können die Auszubildenden dann in ihrem dreimonatigen Auslandspraktikum im 3. Ausbildungsjahr weiter perfektionieren.

Bei der DHL Freight GmbH hat Stefanie im beruflichen Alltag mit einem international bunt gemischten Kundenkreis, Unternehmern und Berufskraftfahrern zu tun. Die Geschäftsbeziehungen bestehen vor allem nach Spanien, Portugal, Frankreich und England. Als Fremdsprache hat sie an der Berufsschule daher Englisch gewählt. Dass für die Ausbildung auch Freizeit geopfert werden muss, nimmt sie aber in Anbetracht der späteren Jobvorteile gerne in Kauf: “Einmal pro Woche haben wir überbetrieblichen Unterricht, d. h. von 17.00 bis 19.00 Uhr. Ich arbeite täglich bis ca. 17.00 Uhr im Betrieb. Nebenbei muss ich mich auf die Klassenarbeiten vorbereiten, wofür ich einiges an Zeit benötige. Die Zeit ist zwar knapp, aber das Lernen macht schließlich großen Spaß und bringt mich weiter.”

Prüfung

Die Zusatzqualifikation schließt zum Ausbildungsende mit einer schriftlichen und mündlichen Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer ab. Im schriftlichen Teil müssen praxisbezogene Aufgaben zur Organisation logistischer Dienstleistungen, zur Angebotserstellung und zum Controlling bearbeitet werden. Im Kolloquium führen die Prüflinge ein verkaufsbetontes Kundengespräch. Dabei sollen sie die Gebiete Verkehrsbetriebswirtschaft und Rechnungswesen mit kundenbezogenen Logistikdienstleistungen verknüpfen.

Mit erfolgreicher Prüfung können sich die Teilnehmer Logistikassistent/in nennen und erhalten ein gesondertes Zeugnis. Bei Auslandsaufenthalten im grenznahen Ausland wie Frankreich oder der Schweiz wird zusätzlich das "Euregio-Zertifikat" ausgestellt.

Berufliche Perspektiven

Als gut ausgebildete Spezialistin kann Stefanie nach ihrer Ausbildung in internationalen Speditionen, Luftfrachtspeditionen, Kraftwagenspeditionen, Lagerunternehmen oder Binnenschifffahrtsspeditionen arbeiten. Je nach Größe des Unternehmens gibt es hier wieder verschiedene Bereiche wie z. B. Schienentransporte, Gefahrguttransporte, Kühltransporte, Sammelguttransporte oder Express-Transporte. Und wenn sie später noch höher hinaus will, stehen ihr später viele Qualifizierungsmöglichkeiten offen. Von der Weiterbildung zum/zur Verkehrsfachwirt/in über Fortbildungen im IT-Bereich bis hin zu einem Betriebswirtschaftsstudium in Logistik zeichnet sich die Angebotspalette durch eine große Vielfalt aus. Welchen Weg die Auszubildende Stefanie Perez in der Zukunft einschlägt, weiß sie allerdings jetzt noch nicht. Zuerst möchte sie die Ausbildung erfolgreich abschließen und sich danach im Job als Logistikassistentin bewähren.

Dass Logistiker auch "Sperriges" bewältigen müssen, zeigen die Fotos eines Sondertransportes. Teilstücke eines großen Schmelzofens der Firma VAI Fuchs in Willstätt-Legelshurst werden vom Firmengelände zum Kehler Rheinhafen befördert.

Von dort werden die bis zu 67 Tonnen schweren Teile über Rotterdam bis nach Châtelet in Belgien verschifft. Beteiligt sind das Linxer Logistik-Unternehmen Hauser und zur Sicherung Beamte des Straßenbauamtes Offenburg sowie die Kehler Polizei. Insgesamt sind 40 Personen im Einsatz.

Foto: Hafen von Rotterdam

Anbieter:

Kontakt

Berufliche Schulen Kehl
Karlstr. 37
77694 Kehl
Ansprechpartner: Herr Josef Hugenschmidt
Fachbereich Spedition/Logistik
Telefon: (0 78 51) 9 91 69-0
Telefax: (0 78 51) 9 91 69-80
E-Mail: bsk@berufliche-schulen-kehl.de
Internet: www.berufliche-schulen-kehl.de

 
 

Herausgeber: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Der Präsident
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
http://www.bibb.de

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