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Heinz-Nixdorf-Berufskolleg für Elektrotechnik, Informations- und Telekommunikationstechnik, Essen

Was ist EIB?
Lichter automatisch dimmen, Räume per Zeitschaltung lüften, von unterwegs per Telefon das Bad vorheizen oder überprüfen, ob die Kaffeemaschine auch wirklich ausgeschaltet ist – was in Bürobauten, Hotels und Krankenhäusern und zunehmend von privaten Bauherren an "intelligenter" Technik erwünscht wird, ermöglicht der "Europäische Installationsbus" (EIB).
Das EIB-System ist ein europaweit standardisiertes intelligentes Gebäudeinstallationssystem zum Messen, Regeln, Steuern, Melden und Überwachen. Die "Bus"-Technik ist nach dem Omnibus benannt: Alle können ihn benutzen, jeder zu seiner Zeit, mehrere gemeinsam und mit eigenem Start und Ziel. Die busfähige Elektroverteilung bietet im Vergleich zur klassischen Installation spürbare Vorteile: Der EIB erhöht die Sicherheit von Personen und Eigentum, sorgt für die effiziente Nutzung von Energie und steigert den Wohnkomfort. Darüber hinaus reduziert die Technik den Installationsaufwand erheblich: Sämtliche Gewerke lassen sich über den Bus integrieren und verbinden sich zu einem kommunizierenden System, von der Beleuchtung bis zur Alarmanlage, von der Raumheizung bis zum Jalousiemanagement, von der Einbruchsicherung bis zum Brandmelder. Auch einzelne Hausgeräte können per EIB gezielt geschaltet werden.

Bild: Integration der Gewerke
Dabei übertragen Sensoren wie Bewegungsmelder oder Thermostate Impulse über das Bussystem an sog. Aktoren, die dann beispielsweise Leuchten, Jalousien oder die Heizungsanlage schalten. Sensoren und Aktoren können beliebig programmiert und verknüpft werden. Das System kann je nach Bedarf geändert und jederzeit um neue Funktionen erweitert werden.
Entwickelt wurde das ”Installationsbussystem” Ende der 80'er Jahre von den Firmen Berker, Gira, Merten und Siemens. Die sich abzeichnenden politischen und wirtschaftlichen Veränderungen in Europa und die Einflüsse der weltweiten Globalisierung widersprachen jedoch schnell einer Lösung für den deutschen Markt. Mit der Gründung der EIBA (European Installations Bus Association) 1990 wurde dieses Vorhaben deshalb auf europäischer Ebene ins Rampenlicht der Öffentlichkeit gestellt und seitdem von allen Mitgliedsfirmen in Europa unter der Bezeichnung EIB "European Installation Bus" geführt. Seit 1991 sind erste Busgeräte serienmäßig auf dem Markt verfügbar.

Die EIB-Ausbildung am Heinz-Nixdorf-Berufskolleg in Essen
Seit dem 16. Juni 2000 ist das Qualifizierungszentrum des Heinz-Nixdorf-Berufskollegs zertifizierte Schulungsstätte der EIBA und bietet allen Auszubildenden aus dem Bereich der Elektrotechnik sowie Informations- und Kommunikationstechnik einen Grundkurs zur Gebäudesystemtechnik in EIB und Powerline mit 30 Unterrichtseinheiten an. Besonders Interessierte können durch weitere 10 Unterrichtseinheiten an einem Zertifizierungskurs mit EIBA Abschlussprüfung teilnehmen. Die erfolgreichen Teilnehmer erhalten ein offizielles EIB/KNX-Zertifikat und können so EIB-Partner werden. Inzwischen wurden über 300 Kursteilnehmer/innen EIB-zertifiziert.
"Man erhält einen guten Einblick in einen anderen Bereich und bekommt mit bestandener EIBA-Prüfung ein international anerkanntes Zertifikat. Vielleicht bringt es mir Vorteile, wenn ich es zu meinen Bewerbungen dazulege," kommentiert der 19-jährige Auszubildende Florian Baranowski.

Foto: EIB-Qualifizierungszentrum
Das EIB-Qualifizierungszentrum selbst ist vollständig in EIB-Technik installiert. Die Planung, die Projektierung und die Inbetriebnahme einer Gebäudeinstallation in EIB-Technik erfordert für Elektroinstallateure und Planer einerseits PC-Kenntnisse und die Handhabung der aktuellen Software "ETS 3 Professional", andererseits ist in den Schulungsprozess die praktische Installation der Busgeräte und der Leitungen zu integrieren, um eine optimale Vernetzung von Theorie und Praxis zu erreichen. So ist der Anwender gut gerüstet, in seinem Unternehmen Projekte der Gebäudeinstallationstechnik in EIB/KNX zu realisieren.
Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, sind im EIB/KNX-Qualifizierungszentrum des Heinz-Nixdorf-Berufskollegs zwei unterschiedliche Lernbereiche implementiert. Zum einen die PC-Plätze mit den didaktisch aufbereiteten EIB-Komponenten und zum anderen kleinere "Reihenhäuser" aus einer Holzkonstruktion, in denen die praktische EIB-Installation wie auf der Baustelle durchgeführt wird.

Foto: Ein Übungsplatz in einem "Reihenhaus"
Am Ende können die Teilnehmer folgende Fertigkeiten nachweisen:
* Manuelles Schalten und Dimmen der Beleuchtung
* Schalten und Dimmen und weitere Funktionen über Infrarot
* Jalousien und Verdunkelung zur Anpassung der Raumhelligkeit
* Elektromotorische Fensterantriebe zur Raumbelüftung
* Heizungsregelung mit EIB-Heizungsventilen
* Energieeinsparung durch Fensterkontakte, Zeitfunktionen und Lichtregelung
* Lichtszenen für bestimmte Lernsituationen
* Anlagen mit Linienkopplern

Foto: Nicole und Florian
Eine moderne, komfortable Gebäudeinstallation könnte sich die 18-jährige Auszubildende Nicole Bielski auch zu Hause vorstellen: "Dass die Busgeräte über die "ETS 3"-Software mit dem PC programmiert werden, kommt mir sehr entgegen. Es hat Spaß gemacht, an den Schulungsplätzen eine komplette Wohnung in EIB-Technik zu projektieren, aufzubauen und anschließend die Inbetriebnahme der Anlage durchzuführen."

Foto: Robert und Dennis
Dennis Münstermann und Robert Gawron, beide angehende Elektroinstallateure im 3. Lehrjahr, möchten auch am Zusatzangebot mit der Zertifizierung zum EIB Partner teilnehmen.
"In meinem Beruf spielt die moderne Gebäudetechnik ja zukünftig eine immer größere Rolle. Es ergeben sich völlig neue Möglichkeiten mit der EIB-Technik, die Verdrahtung ist viel einfacher und wer kann schon mit einem einzigen Tastendruck eine komplette Wohnungsbeleuchtung über alle Etagen ausschalten?", meint Dennis.
Dem kann sich Robert nur anschließen: "Elektroinstallateure heißen jetzt Elektroniker für Energie und Gebäudetechnik. Ich darf den Sprung in diese neue EIB-Technik nicht verpassen, ich könnte ja in meiner Firma der Fachmann für moderne Gebäudetechnik werden. Ich werde auf jeden Fall das international anerkannte Zertifikat anstreben."

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