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Ausbildungsangebot des Monats - Juli 2004

Gestaltung im Handwerk für Auszubildende zum/zur Holzmechaniker/in, Maler und Lackierer/in und Tischler/in

Anbieter: Gewerbeschule Rastatt

Gute Gestaltung ist und war schon seit jeher für das Handwerk von zentraler Bedeutung. Sie ist kein Zufallsprodukt sondern folgt bestimmten Regeln und ist vermittelbar und erlernbar. So sichert die Gestaltungskompetenz der Mitarbeiter in Handwerksbetrieben auch zukünftig die Wettbewerbsfähigkeit. Die Zusatzqualifikation „Gestaltung im Handwerk“ geht über das im Berufsschulalltag vermittelte Wissen hinaus. Ziel ist es, durch den freiwilligen Zusatzunterricht Grundlagen für die Beurteilung gestalteter Objekte zu schaffen. Zudem die Schülerinnen und Schüler in gestalterischen Fragen zu sensibilisieren, besser zu qualifizieren und die Fähigkeit zu fördern, in einem Betrieb selbst gestaltend mitwirken zu können. Dabei können persönliche Entwicklungschancen erkannt und das Selbstbewusstsein für die eigene Ideenentwicklung gestärkt werden. Wichtig ist es insbesondere, Neugier und Freude am gestalterischen Experiment und der gestalteten Umwelt zu wecken.

 
 
 
 

Foto: Gewerbeschule Rastatt


Gute Gestaltung ist und war schon seit jeher für das Handwerk von zentraler Bedeutung. Sie ist kein Zufallsprodukt sondern folgt bestimmten Regeln und ist vermittelbar und erlernbar. So sichert die Gestaltungskompetenz der Mitarbeiter in Handwerksbetrieben auch zukünftig die Wettbewerbsfähigkeit.

Die Zusatzqualifikation “Gestaltung im Handwerk” geht über das im Berufsschulalltag vermittelte Wissen hinaus. Ziel ist es, durch den freiwilligen Zusatzunterricht Grundlagen für die Beurteilung gestalteter Objekte zu schaffen. Zudem die Schülerinnen und Schüler in gestalterischen Fragen zu sensibilisieren, besser zu qualifizieren und die Fähigkeit zu fördern, in einem Betrieb selbst gestaltend mitwirken zu können. Dabei können persönliche Entwicklungschancen erkannt und das Selbstbewusstsein für die eigene Ideenentwicklung gestärkt werden. Wichtig ist es insbesondere, Neugier und Freude am gestalterischen Experiment und der gestalteten Umwelt zu wecken.

Angesprochen fühlen sollten sich gestalterisch interessierte, neugierige und engagierte Auszubildende, die mehr aus sich und ihrer Ausbildung machen wollen.

Während der Ausbildung kann die Zusatzqualifikation freiwillig erworben werden, dies dauert zwei Jahre. Sie beginnt mit dem zweiten Halbjahr des ersten Lehrjahres und endet mit dem ersten Halbjahr des dritten Lehrjahres.

Der Unterricht ist gegliedert in einen Teil A, der allgemeinen, grundlegenden und experimentellen Charakter hat. Hiermit soll jedoch nicht die in gestaltungsnahen Berufen vorhandenen Gestaltungsausbildung ersetzt, sondern ergänzt werden. Teil B ist mehr auf die berufliche und projektorientierte Anwendung bezogen. Den Abschluss bildet die Präsentation eines eigenständigen Projektes und ein Fachgespräch.
Der erfolgreiche Absolvent erhält ein Zertifikat: Zusatzqualifikation Gestaltung

Die Inhalte des Lehrplanes stellen sich wie folgt dar:

Teil A (80 Stunden)
1. Wahrnehmung
2. Kommunikation, Form, Farbe
3. Freihandzeichnen
4. Flächiges, räumliches Gestalten
5. Abschlussprojekt

Teil B (120 Stunden)
1. Projektbezogene Darstellungstechniken
2. Designexperimente
3. Abschlussprojekt

Wichtig für den Unterricht ist ein projekthaftes und experimentelles Arbeiten. Dazu sind Werkstätten, Labors und gegebenenfalls Computerräume erforderlich. Primär stehen nicht perfekte Endprodukte im Vordergrund, sondern die reflektierten Prozesserfahrungen.

An der Gewerbeschule Rastatt wurde die Zusatzqualifikation „Gestaltung im Handwerk“ erstmals im Februar 2003 unterrichtet. Grundlage war der völlig neu erarbeitete Lehrplan.

18 Auszubildende nehmen freiwillig das Angebot der Schule wahr. Die Gruppe setzt sich zusammen aus 13 Bauzeichner/innen, vier Maler- und Lackierer/innen und einem Tischler.
Der Unterricht findet ab 16.00 Uhr statt, so dass die Schüler das Angebot nach der Arbeit, bzw. dem Unterricht wahrnehmen können. Einige Betriebe geben ihren Auszubildenden dazu frei.

Foto: Die Teilnehmer/innen


Ausgewählte Inhalte im Einzelnen:
Im ersten Halbjahr werden zeichnerische Fähigkeiten sowie der Umgang mit Formen und Farben geschult. Aus den Urformen der Natur werden neue Formen entwickelt, die im zweiten Halbjahr zu Gegenständen werden. Hier steht der Umgang mit Metall im Vordergrund, eine für alle Auszubildenden ungewohnte Materialerfahrung. Der Unterricht findet in der Metallwerkstatt statt und erfordert handwerkliche Kreativität sowie Geschick.

Foto: Die Teilnehmer/innen


Ausgewählte Inhalte im Einzelnen:
Im ersten Halbjahr werden zeichnerische Fähigkeiten sowie der Umgang mit Formen und Farben geschult. Aus den Urformen der Natur werden neue Formen entwickelt, die im zweiten Halbjahr zu Gegenständen werden. Hier steht der Umgang mit Metall im Vordergrund, eine für alle Auszubildenden ungewohnte Materialerfahrung. Der Unterricht findet in der Metallwerkstatt statt und erfordert handwerkliche Kreativität sowie Geschick.

Foto: Die Hand wurde gezeichnet ohne auf das Blatt zu schauen. Loslösen von der "gedachten Wahrnehmung" ist wichtig.


Zeichenversuche werden zum Produkt - “Leporello”
Jeder Teilnehmer erstellt einen repräsentativen Leporello, der die erlernten Inhalte an einem frei gewählten Naturgegenstand zeigt.

Inhalte:

Zeichnungen eines selbstgewählten Naturgegenstandes:

    * Blindes Konturenzeichnen
    * Modifiziertes Konturenzeichnen
    * Schraffurstudie
    * Farbstudie

Foto: Erstellen Leporello

Abbildung: Leporello


Abstraktion: Urformen umformen
Hierbei werden Wege zum Abstrakten eingeschlagen, um so neue Formen zu finden. Die realistischen Freihandzeichnungen der Schüler werden durch unterschiedliche Techniken und Zeichengeräte abstrakter.

Abbildung: Wiedergabe einer Blüte

Abbildung: Geometrische Umsetzung der Blüte


Als Flächen werden Körper
Aus den abstrakten Formen werden Ausschnitte oder Details entnommen und weiterentwickelt. Im dreidimensionalen “Raum” werden diese Details zu neuen Formen und bekommen gegenständlichen Charakter.
Gegenständliches Entwerfen folgt im weiteren Schritt. So wird aus der naturgetreuen Naturstudie, über die Abstraktion, eine Idee zu einem Gegenstand.

Foto: Detailstudien


Werkstattunterricht
Das zweite Halbjahr verbringen die Schüler bei Herrn Martin in der Metallwerkstatt, um ihre entwickelten Ideen umzusetzen. Hier sind Kreativität und handwerkliches Geschick, wie technologische Grundkenntnisse zum Umgang mit dem Material gefragt.
Schweißen, Löten, Schmieden, Biegen, Feilen sind nur einige der zu erlernenden Fertigkeiten.

Hier einige der Projekte und Arbeiten, die von September 2003 bis Januar 2004 durchgeführt wurden.

Foto: Schmieden


Neben der Unfallverhütung erfolgt eine praktische Einführung in folgende Schmiedetechniken.

    * Breiten, Breitzeihen
    * Spitzen rund, bzw. Vierkant
    * Wendeln / Torsieren
    * Lochen, Spalten
    * Einrollen

Um diese Arbeiten ausführen zu können, werden Fertigkeiten wie die Hammerführung, die Nutzung von Zusatzwerkzeugen geübt.

Abbildung: Schmiedetechnik: Spitzen rund bzw. Vierkant

Abbildung: Schmiedetechnik Wendeln, Torsieren


Projekt Teelichthalter
Die Schüler/innen entwickeln und fertigen einen Teelichthalter, bei dem Quadermaße und Material vorgegeben werden. Zum Anfertigen ihrer Teelichthalter erlernen die Schüler/innen Fertigkeiten wie Hartlöten, Biegen, Treiben, Scheren, Drehen und Lackieren.

Foto: Anleitung zum Löten


Projekt Schale
Auch hier werden wieder neue Techniken und Materialeigenschaften erfahren.
Mit verschiedenen Kugelhämmern wird weichgeglühtes Kupfer verformt, bis eine Schale mit einem Durchmesser von 200 mm, einer Dicke von 1 mm und einer Höhe von ca. 60 mm entstanden ist.

Foto: Produkt Schale


Projekt Brennschneiden
Um das automatische Brennschneiden kennen zu lernen entwerfen die Schüler/innen einfache Figuren als Schneidevorlagen. Beim Brennschneiden wird die Vorlage über Fotozellen erfasst und auf das Werkstück übertragen. Hier wird Flachstahl verwendet. Im Anschluss wird das manuelle Brennschneidverfahren angewandt, um Unterschiede und Machbarkeit einschätzen zu lernen. Als Abschlussprojekt werden die Schüler/innen Wandleuchter entwickeln und herstellen.

Foto: Geräteinstellen


Das zweite Jahr

Im zweiten Jahr der Zusatzqualifikation werden die Schüle/innen berufsbezogener und selbständiger arbeiten, indem umfangreichere Projekte realisiert werden. Designexperimente stehen hier im Vordergrund. Zum Beispiel lernen die Schüler/innen mit der Fotografie, der Typografie und dem Layout zu gestalten.
Eine zu dokumentierende Projektaufgabe schließt die zweijährige Zusatzqualifikation ab.
Statements von Teilnehmern zur Zusatzqualifikation Gestalten im Handwerk:

Auf die Frage: “Wie gefällt Ihnen der theoretische und praktische Unterricht “Gestalten im Handwerk”, antworteten die Teilnehmer/innen folgendermaßen:

“Die praktische Arbeit ist eine willkommene Abwechslung zu meinen privaten und beruflichen Aktivitäten. Das Verhältnis mit Lehrern und Mitschülern ist unterhaltsam und witzig, einfach locker. Unsere “Art” wird verstanden. Die Zeichenarbeit dient der Förderung der Kreativität und der Feinarbeit.”

“Das kreative Arbeiten bringt Abwechslung in den Berufsalltag, gut finde ich das Mitbestimmung bei der Wahl der nächsten praktischen Arbeiten und das Aufzeigen mehrerer Lösungsmöglichkeiten.”

“Die Unterweisung in Theorie und Praxis und besonders das viele Zeichnen und die handwerklichen Tätigkeiten haben mir besonders gut gefallen.”

“Es ist toll, neue Arbeitstechniken kennen zu lernen und in der Gruppe zu arbeiten.”

“Es ist schön, gestalterische Freiheiten zu genießen und einfach auszuprobieren, was geht.”

“Das Sammeln von Erfahrungen in typischen Männerbereichen der Arbeitswelt, wie z. B. Hartlöten, Schweißen, Schmieden hat sicherlich positive Auswirkungen auf meine berufliche Zukunft.”

Anbieter:

Weitere Informationen erteilt:

Gewerbeschule Rastatt
Richard-Wagner-Ring 24
76437 Rastatt
Ansprechpartner: Herr OStD Gerold Wendelgaß (Schulleiter) oder Herr Paßlick
Telefon: (0 72 22) 91 80
Fax: (0 72 22) 2 04 78
E-Mail: info@gewerbeschule-rastatt.de
Internet: www.gewerbeschule-rastatt.de

 
 

Herausgeber: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Der Präsident
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
http://www.bibb.de

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