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Ausbildungsangebot des Monats - März 2004

Modellversuch im außerschulischen Bereich der Berufsbildung ZiM - "Zusatzqualifikationen in der handwerklichen Ausbildung zum/zur Metallbauer/in"

Anbieter: Friedrich-Albert-Lange-Berufskolleg Duisburg in Kooperation mit dem Bildungszentrum der Kreishandwerkerschaft Duisburg

Der Modellversuch ZiM geht neue Wege in der handwerkliche Ausbildung, indem die vorhandenen Ausbildungsaktivitäten durch das Angebot von Zusatzqualifikationen für besonders qualifizierte Bewerber ergänzt werden. Auf diese Weise sollen Jugendliche mit höherer schulischer Vorbildung für eine Berufsausbildung im Metallhandwerk gewonnen werden. Hierzu ist ein Bildungsgang eingerichtet worden, der formale Zusatzqualifikationen (studienqualifizierender Bildungsabschluss) mit inhaltlichen Zusatzqualifikationen (CAD) verbindet.

 
 
 
 

Der Modellversuch ZiM geht neue Wege in der handwerkliche Ausbildung, indem die vorhandenen Ausbildungsaktivitäten durch das Angebot von Zusatzqualifikationen für besonders qualifizierte Bewerber ergänzt werden. Auf diese Weise sollen Jugendliche mit höherer schulischer Vorbildung für eine Berufsausbildung im Metallhandwerk gewonnen werden. Hierzu ist ein Bildungsgang eingerichtet worden, der formale Zusatzqualifikationen (studienqualifizierender Bildungsabschluss) mit inhaltlichen Zusatzqualifikationen (CAD) verbindet.

Hintergrund des Modellversuchs

Die metallverarbeitenden Handwerke sind in zunehmendem Maße Betriebe, die mit der Entwicklung und Fertigung z. T. hochkomplexer Einzelprodukte befasst sind. Hierfür werden qualifizierte Fachkräfte benötigt, die nicht nur Fertigungs-, sondern in zunehmendem Maße auch Entwicklungsaufgaben übernehmen können. Über eine langfristig angelegte Personalentwicklung müssen daher qualifizierte Auszubildende für das Metallhandwerk gewonnen werden, die potenziell sowohl als Führungskräfte für bestehende Handwerksbetriebe in Frage kommen als auch für die Gründung neuer Handwerksbetriebe in Zukunft bereit stehen. Dieser speziellen Thematik hat sich der Modellversuch (ZiM) angenommen. Zielgruppe sind zum einen leistungsstarke Jugendliche mit dem Sekundarabschluss I – Fachoberschulreife, deren Interesse an einer Ausbildung zum Metallbauer/zur Metallbauerin im Handwerk durch das Angebot, gleichzeitig die Fachhochschulreife erwerben zu können, geweckt werden soll. Zum anderen werden die handwerklichen Metallbaubetriebe der Region Duisburg/Oberhausen angesprochen, die einen beträchtlichen Bedarf an hochqualifizierten Facharbeitern aufweisen. Die Bedürfnisse beider Gruppen sollen in dem Modellversuch berücksichtigt und zusammengeführt werden. Die Betriebe erhalten durch ihre Beteiligung am Modellversuch die Möglichkeit, sich geeignete künftige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen heranzuziehen. Die Jugendlichen wiederum haben die Möglichkeiten, entweder nach der Ausbildung gleich einen innerbetrieblichen Karriereweg zu gehen oder zuerst noch ein Fachhochschulstudium zu absolvieren, um dann entweder als Führungskraft in einen Betrieb zu gehen oder sich selbständig zu machen.

Zusatzqualifikation “Metallbauer/-in und Fachhochschulreife”

Die Zusatzqualifikation “Metallbauer/in und Fachhochschulreife” wird vom Friedrich-Albert-Lange-Berufskolleg Duisburg in Kooperation mit den Innungen Metall Duisburg und Oberhausen angeboten. Diese Zusatzqualifikation ermöglicht es den Azubis, während der regulären Ausbildung zum Metallbauer die Fachhochschulreife zu erlangen. Das Metallhandwerk stellte dafür in den letzten Jahren zusätzliche Ausbildungsplätze für Jugendliche bereit, die während der 3½-jährigen Berufsausbildung zusätzliche Berufsschultage erhalten, welche die Auszubildenden auf die Fachhochschulreife vorbereiten. Am Ende dieses doppelt qualifizierenden Bildungsganges stehen die Gesellenprüfung und die Fachhochschulreifeprüfung (FHR).

Handwerk und Schule stellen sich mit diesem Bildungsgang den Herausforderungen des regionalen Strukturwandels. Die höhere allgemeine Qualifikation (Fachhochschulreife) schafft eine Basis für die notwendige berufliche Weiterbildung oder auch für ein Studium an einer Fachhochschule oder Gesamthochschule.

Zusatzqualifikation: CAD

Diese Zusatzqualifikation umfasst 80 Unterrichtsstunden und ist von der Handwerkskammer Düsseldorf anerkannt. Die Teilnehmer können anschließend gleich in den CAD I-Grundlehrgang der Handwerkskammer Düsseldorf zur “CAD-Fachkraft” einsteigen.

Inhalte

    *
    * Die Benutzeroberfläche mit Eingabegeräten als Schnittstelle zwischen Mensch & System
    * Zeichenwerkzeuge: Erzeugen und Ändern von Linien, Kreisen, Ellipsen, Radien, Fasen
    * Layer und Filter: Hilfsmittel zur Zeichnungsstrukturierung
    * Symbolbibliotheken: Nutzung der vorhandenen Symbole (z. B. Schweißsymbole und Symbole für Schraubenverbindungen) und Erstellung eigener Symbole
    * Bemaßung: Maße vom Bauteil ableiten
    * Parametrik: Geometrie von Bauteilen mit Hilfe der Bemaßung ändern
    * Kopplung verschiedener CAD-Systeme mit neutralen Schnittstellen
      Präsentation aktueller Projekte

Zur Vertiefung der Inhalte werden Übungen am Rechner durchgeführt. Die Übertragbarkeit des erworbenen Wissens auf andere CAD-Systeme ist durch die Themenwahl sichergestellt.
Die an der Zusatzqualifikation teilnehmenden Schülerinnen und Schüler versprechen sich durch die zusätzlich erworbenen Kenntnisse Vorteile für ihr späteres Berufsleben.

Ein Teilnehmer an dieser Zusatzqualifikation berichtet über seine Erfahrungen:

„Hallo, mein Name ist Rafael. Ich werde in Oberhausen zum Metallbauer der Fachrichtung Konstruktionstechnik ausgebildet“.

„Eine Besonderheit sind die Lern-Arbeitsaufgaben. In diesen werden zeitgemäße Produkte in enger Zusammenarbeit zwischen Schule und Betrieben hergestellt. Trockenes Theoriebüffeln ist out; Kundenorientierung, Arbeitsorganisation, Wirtschaftlichkeit und Qualität der Arbeit sowie funktionelle und hochwertige Produkte stehen im Vordergrund des Lernens. Eine weitere Besonderheit an meiner Ausbildung ist, dass ich zusätzlich zum Berufsabschluss die Möglichkeit habe, die Fachhochschulreife zu bekommen; und wer weiß, vielleicht studiere ich in ein paar Jahren Maschinenbau oder mache mich nach meiner Techniker- oder Meisterprüfung selbständig“.

„Aber das ist für mich noch Zukunftsmusik. Ich habe gerade das erste Ausbildungsjahr geschafft und mich in meinem Betrieb eingearbeitet. Dabei habe ich erst einmal die Vielfalt des Handwerks kennen gelernt.“

„Also von Langeweile kann keine Rede sein: Normalerweise haben wir jede Woche einen anderen Auftrag, in Spitzenzeiten müssen wir jeden Tag auf eine andere Baustelle. Und das heißt genaues, kreatives und selbständiges Arbeiten im Team. Mein Geselle achtet in der Praxis darauf, dass ich die Fachkenntnisse von Grund auf lerne und die Sicherheitsvorschriften einhalte“.

„Von den Fächern, die ihr aus eurer alten Schule kennt, haben wir in der Berufsschule noch Deutsch, Mathe und Englisch. Aber sonst ist alles neu. Für den Beruf besonders wichtig ist der Unterricht in Fertigungs- und Prüftechnik, Montage- und Werkstofftechnik und in technischer Kommunikation. Aber auch die modernen Technologien wie CNC-Technik oder Steuerungs- und Regelungstechnik kommen nicht zu kurz. Dabei wird auch hier viel Wert auf das selbständige Arbeiten im Team gelegt“.

„Da ich in meinem Betreib nicht alle Fertigungsverfahren so intensiv üben und anwenden kann, wie es die Breite meines Berufes erfordert, kommen in meiner Ausbildung auch noch überbetriebliche Lehrgänge auf mich zu. In diesem Jahr waren schon die Grundlagen der Metallbearbeitung dran, in Kürze folgen mehrere Einheiten Schweißtechnik, und wenn ich im dritten Ausbildungsjahr bin, sind Schließ- und Sicherheitssysteme sowie Aluminium- und Kunststoffbearbeitung vorgesehen“.

„Die Bilder zeigen mich bei der Arbeit und einige der Produkte, die der Metallbau im Allgemeinen herstellt. Ich wusste vorher gar nicht, dass mich eine solche Vielfalt erwartet - jetzt aber bin ich schon stolz, in wenigen Jahren in so unterschiedlichen Bereichen arbeiten zu können“.

Allgemeine Informationen zum Bildungsgang

Interessierte Jugendliche, die über die Fachoberschulreife verfügen und an diesem Bildungsangebot und einer Ausbildung im Handwerk interessiert sind, erhalten nähere Informationen bei der Berufsberatung des Arbeitsamtes Duisburg oder Oberhausen, bei der Beratungsstelle im Friedrich-Albert-Lange-Berufskolleg Duisburg oder direkt bei der eingerichteten Koordinierungsstelle des Projektes im Bildungszentrum Handwerk Duisburg”.

Die Ausbildung dauert 3 1/2 Jahre. Bewerben können sich alle, die einen Ausbildungsvertrag als Metallbauer/in und die Fachoberschulreife (Mittlere Reife, Abschluss 10 B) mitbringen.

Am Ende der Ausbildung erhalten die Azubis nach bestandenen Prüfungen den Gesellenbrief als Metallbauer/in und die Fachhochschulreife.

Nach der Ausbildung arbeiten die Absolventen als Gesellen oder sie qualifizieren sich weiter, z. B. zum/zur

    *
    * Techniker/in
    * Meister/in im Handwerk mit oder ohne eigenen Betrieb
    * Konstrukteur/in oder Arbeitsplaner/-in im Handwerksbetrieb
    * Allgemeine Hochschulreife
      Diplomingenieur/in durch ein Studium an einer Fachhochschule/Universität


Informationen zu Metallbaubetrieben in Duisburg und Oberhausen erteilen die Kreishandwerkerschaften von Duisburg und Oberhausen.

Anbieter:

Kreishandwerkerschaft Duisburg
Düsseldorfer Str. 166
47053 Duisburg
Telefon (02 03) 9 96 34-23
Telefax (02 03) 9 96 34-35
Internet: www.handwerk-duisburg.de
E-Mail: info@handwerk-duisburg.de

Kreishandwerkerschaft Mülheim an der Ruhr - Oberhausen
Geschäftsstelle Oberhausen
Mülheimer Str. 6
46049 Oberhausen
Tel. (0208) 8205520
Fax (0208) 8205521
E-Mail: info@kh-mo.de
Internet: www.kh-mo.de

Angeboten wird der Bildungsgang "Metallbauer/-in und Fachhochschulreife" vom

Friedrich-Albert-Lange-Berufskolleg Duisburg
Schinkelplatz 24
7051 Duisburg
Telefon (02 03) 2 83 25 82
Telefax (02 03) 2 83 43 49
Internet: www.friedrich-albert-lange-berufskolleg.de
E-Mail: info@friedrich-albert-lange-berufskolleg.de

Nach vorheriger Terminabsprache ist eine individuelle Beratung mit Herrn Böhle oder Herrn Nolting möglich.

 
 

Herausgeber: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Der Präsident
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
http://www.bibb.de

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