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Ausbildungsangebot des Monats - Oktober 2003

UNIX-basiertes Betriebssystem - Spezialfall LINUX

Anbieter: Berufsbildende Schulen III der Stadt Braunschweig

 
 
 
 

Zeichnung: Herbert Waldmann

In den Berufsbildenden Schulen III der Stadt Braunschweig werden bereits seit dem Startschuss der neuen IT-Berufe im Schuljahr 1997/1998 Azubis zum Informations- und Telekommunikationssystem-Elektroniker, Informatikkaufmann, Informations- und Telekommunikationssystem-Kaufmann und Fachinformatiker unterrichtet. Um die Ausbilder und Lehrer bei der Einführung der neuen Berufe und auf die veränderten Anforderungen an die Ausbildung im Betrieb und in der Schule vorzubereiten wurden gleich zu Beginn IT-Arbeitskreise eingerichtet, in welchen sich die Teilnehmer u. a. mit den Ausbildungs- und Rahmenplänen, der Analyse der Prüfungsmodalitäten, den Zwischen- und Abschlussprüfungen, der Einführung von Blockunterricht und mit dem Angebot von Zusatzqualifikationen beschäftigen.

Insbesondere initiiert durch den Modellversuch ANUBA (Aufbau und Nutzung von Bildungsnetzwerken zur Entwicklung und Erprobung von Ausbildungsmodulen in IT- und Medienberufen) der Bund-Länder-Kommission wurden im Schuljahr 2001/2002 zusammen mit ausgewählten Ausbildungsbetrieben Maßnahmen zur Zusatzqualifikation der Azubis geplant.

Nach zahlreichen Diskussionen einigten sich die Ausbilder und Lehrkräfte auf die Einführung der Zusatzqualifikation “UNIX-basiertes Betriebssystem – Spezialfall LINUX”. Und dies aus gutem Grund: In den Ausbildungsrahmenplänen und in den bundeseinheitlichen Rahmenlehrplänen der KMK für die IT-Berufe wird die Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten zum Thema Betriebssysteme in der betrieblichen Ausbildung und im Berufsschulunterricht vorgeschrieben. Nicht spezifiziert ist die Art bzw. das Produkt der Systemsoftware. An den BBS III in Braunschweig wurden im Unterricht bisher ausschließlich Windows-Produkte als Systemsoftware eingesetzt. In dem seit längerer Zeit auf Großrechnern und Rechnern der mittleren Datentechnik eingesetzten Betriebssystem UNIX und dem darauf basierenden freien Betriebssystem LINUX verfügen die meisten Auszubildenden hingegen nur über geringe oder keine Kenntnisse. Da die Bedeutung von LINUX als Server- und neuerdings auch als Desktopbetriebssystem (Mai 2003: München stellt 14.000 Computer auf LINUX um) stetig steigt, lag es auf der Hand, dass Kenntnisse auf diesem Gebiet für Azubis in IT-Berufen geradezu ein Muss sind.

Im Schuljahr 2001/2002 wurde die Zusatzqualifikation zum ersten Mal vierzehntägig, jeweils samstags von 9:00 bis 14:00 Uhr und aufgrund der großen Nachfrage auch im folgenden Schuljahr erneut angeboten.

Foto: Blick in den Computerraum während des LINUX-Kurses

Foto: Andreas Röttger (links) und Marcel Appel (rechts)

Die Auszubildenden erhalten mit der Vermittlung der folgenden Inhalte ein breit angelegtes Gerüst zum Umgang mit LINUX, das als Basis für die zukünftige betriebliche wie private Nutzung des Betriebssystems anzusehen ist. Theoretische Lernphasen und darauf abgestimmte praktische Übungen finden im Wechsel statt. Den Höhepunkt des Kurses bildet ein in der Schule oder im Ausbildungsbetrieb verwertbares Projekt. Der Kurs wird in einem IT-Labor in der Berufsschule mit acht Mininetzen durchgeführt. Das Team der unterrichtenden Ausbilder und Lehrkräfte wird durch LINUX-Experten unter den Auszubildenden unterstützt.

Unter Einsatz der jeweils aktuellen SuSE-Distribution werden die folgenden inhaltlichen Schwerpunkte vermittelt:


    * Funktionen von Betriebssystemen
    * Geschichte des Betriebssystems Linux
    * Möglichkeiten, Ziele, Distributionen
    * Aufbau des Linuxsystems
    * Installation unter YaST/YaST2
    * Dateisystem
    * Grundlegende Kommandos
    * Nutzung ausgewählter Editoren (vi, emacs, joe)
    * Midnight Commander
    * Benutzerverwaltung einschließlich der Zugriffsrechte
    * Wesentliche Funktionen der grafischen Benutzeroberfläche KDE
    * Linux im Netzwerk
    * Samba-File-Server
    * Kommunikationsserver unter Linux
    * Proxy-Server
    * Apache Web-Server

Foto: Jan Steinweg und Daniel Udewenz

Bei den Auszubildenden kommt die Zusatzqualifikation sehr gut an: “Der Kurs ist systematisch aufgebaut”, sagt Daniel Udewenz. “Man beginnt mit der sachgemäßen Installation des Betriebssystems und erfährt dann Wissenswertes über den hierarchischen Aufbau. Danach geht man zu den Befehlen des Textmodus über. Innerhalb des Textmodus gelangt man von der Anwendung und das Arbeiten mit dem Midnight Commander (MC) zu den Editoren und der administrativen Verwaltung. Dann folgt das Arbeiten mit der graphischen Benutzeroberfläche KDE. Wie im Textmodus werden auch hier die diversen Unterpunkte abgearbeitet. In beiden Modi werden daraufhin die zwei wichtigen Punkte Benutzer- und Gruppenverwaltung angesprochen und bearbeitet. Außerdem wird das Ändern und Setzen von Zugriffsrechten erklärt.”

Foto: von links nach rechts: Gerd Brandt, Michael Vierke, Martin Janke, Anja Großkreuz, Christopher Marks

“Der LINUX-Kurs ist eine gute Vorbereitung auf das künftige Berufsleben, da vermehrt LINUX im Bereich der IT-Branche zum Einsatz kommt”, sagt Azubi Anja Großkreuz. “Es wird u. a. der Umgang mit den komplexen Steuerbefehlen vermittelt. In diesem Kurs werden wichtige Inhalte behandelt, so dass man dieses Betriebssystem beruflich wie auch privat einsetzen kann. An den meisten Schulen ist es leider nicht möglich, sich mit LINUX vertraut zu machen. Der Kurs ist besonders wichtig, da andere Anbieter für viele Auszubildende zu teuer und nicht mit den Arbeitszeiten vereinbar sind.”

Foto: Gruppenbild des LINUX-Kurses

Anbieter:

Weitere Informationen erteilt:

Berufsbildende Schulen III der Stadt Braunschweig
Ansprechpartner: Herr Brandt
Alte Waage 2-3
38100 Braunschweig

Telefon: (05 31) 34 24 43
E-Mail: g.brandt.bs@t-online.de
Internet: www.bbs3bs.de

 
 

Herausgeber: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Der Präsident
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
http://www.bibb.de

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