Sie befinden sich hier:

 
 

Einstellungen

Textvergrößerung

Darstellungsstil

   

 
 
 
 

Ausbildungsangebot des Monats - Juli 2002

Solarberater/in und Solarfachberater/in

Anbieter: Eduard-Spranger-Berufskolleg, Hamm

Dass mit Hilfe von Sonnenlicht Energie erzeugt werden kann, weiß heute jeder. Immer mehr Bauherren setzen auf diese Form der Energiegewinnung und installieren Solaranlagen auf den Dächern ihrer Häuser. Zuvor ist allerdings eine fachgerechte Beratung nötig. Zu diesem Zweck bildet die Solarschule in Hamm, die in der Gewerblich-technischen Berufsschule in Hamm (Eduard-Spranger-Schule) angesiedelt ist, seit dem 1. März 1997 erfolgreich Solarberater bzw. Solarfachberater aus. “Ziel der Zusatzqualifikation ist es, Fachkenntnisse über Solaranlagen zu vermitteln und das Bewusstsein für den Einsatz der Solarenergie zu stärken”, erläutert Dieter Sarkander, der den praktischen Unterricht durchführt.

 
 
 
 

Dass mit Hilfe von Sonnenlicht Energie erzeugt werden kann, weiß heute jeder. Immer mehr Bauherren setzen auf diese Form der Energiegewinnung und installieren Solaranlagen auf den Dächern ihrer Häuser. Zuvor ist allerdings eine fachgerechte Beratung nötig. Zu diesem Zweck bildet die Solarschule in Hamm, die in der Gewerblich-technischen Berufsschule in Hamm (Eduard-Spranger-Schule) angesiedelt ist, seit dem 1. März 1997 erfolgreich Solarberater bzw. Solarfachberater aus. “Ziel der Zusatzqualifikation ist es, Fachkenntnisse über Solaranlagen zu vermitteln und das Bewusstsein für den Einsatz der Solarenergie zu stärken”, erläutert Dieter Sarkander, der den praktischen Unterricht durchführt.

Getragen wird die Solarschule vom Bund der Energieverbraucher und bundesweit an insgesamt neun beruflichen Schulen für Technik durchgeführt.

Das Projekt “Warmwasseranlage” am Eduard-Spranger-Berufskolleg

Die wärmenden Strahlen der Sonne sind jetzt auch für die Berufsschüler am Eduard-Spranger-Berufskolleg nicht mehr länger bloß eine angenehme Begleiterscheinung des Sommers sondern wurden zu einem nutzbaren Wirtschaftsfaktor umgewandelt. Auf dem Dach der Turnhalle wurden drei Sonnenkollektoren installiert, die jetzt für das warme Wasser zum Duschen sorgen. Björn Pförtsch, Leiter der Hammer Solarschule und Fachbereichsleiter des Eduard-Spranger-Berufskolleg hatte die Idee. “Ich habe verschiedene Firmen um Unterstützung gebeten und Stiebel-Eltron und die Firma Vaillant haben uns schließlich eine Solaranlage im Wert von 8.500 Mark zur Verfügung gestellt.”
Sämtliche Planungen von der Materialbeschaffung bis hin zur Installation der Anlage sind von zwei Berufschulklassen im Rahmen einer Projektwoche durchgeführt worden.

Foto: 6m2 Sonnenkollektor (hinten links), 2 Reihen Fotovoltaikanlage à 1kWp.

Die Installations- und die Sanitärklasse im dritten Lehrjahr haben voneinander unabhängig die Aufgabe “Anbindung der Solaranlage an die Warmwasserversorgung der Turnhalle” gelöst. Anschließend wurden die Ergebnisse verglichen und ausgewertet.

Foto: Sonnenkollektormodul von fahrbarer Komplettanlage

“Die Ausbildungsfirmen haben sehr positiv reagiert und mehrere Azubis für die Installation der Anlage für eine Woche frei gestellt”, so Pförtzsch. “Es macht riesig viel Spaß”, schwärmen Carsten Illner und Christian Kruse, zwei der am Projekt beteiligten. “Ein eigenes Projekt in dieser Größenordnung haben wir noch nie ausführen können”. Und auch der Lerneffekt sei enorm, “wir müssen viel lesen, uns in die Montageanleitungen vertiefen und Fehler, die man einmal gemacht hat, macht man kein zweites Mal”, sagt Christian.

Foto: 300 l Solarspeicher mit Nachheizung

Die Zusatzqualifikation wird sehr gut angenommen und der Einzugsbereich der Schule geht weit über Hamm hinaus. “Von Osnabrück bis zur holländischen Grenze kommen die Teilnehmer”, sagt Björn Pförtzsch, Leiter der Hammer Solarschule und Fachbereichsleiter des Eduard-Spranger-Berufskolleg.

Foto: 300 l Solarspeicher mit Nachheizung

Die Inhalte der Zusatzqualifikation im Einzelnen

Angeboten wird ein aus zwei Modulen bestehender Kurs, zum Thema Sonnenwärme (Thermie) und Sonnenstrom (Fotovoltaik), der jeweils in 32 Unterrichtsstunden – aufgeteilt auf vier Tage zu jeweils 8 Stunden – ein umfangreiches theoretisches, praktisches und beratungstechnisches Wissen vermittelt.

Das Modul Fotovoltaik

Hier werden im theoretischen Teil (16 Unterrichtsstunden) die folgenden Inhalte vermittelt:

    *
    * Generelle Einführung in das Thema erneuerbare Energien und einen Überblick zur Technik
    * Grundlagen der elektrischen Energien (Strom, Spannung, Widerstand, Arbeit, Energie)
    * fotovoltaische Effekte
    * Fotovoltaikmodul (elektrische Verschaltung von Zellen zu Modulen, mechanischer Aufbau von Modulen, Vergleichsgrößen)
    * Autarke PV-Systeme (Komponenten autarker Systeme, Auslegung und Planung)
    * Netzgekoppelte PV-Systeme (Komponenten, Einspeisung des Solarstroms ins öffentliche Netz, Auslegung, Planung, Sicherheitsbestimmungen)
      Ökonomie und Ökologie (Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Förderungen, energetische Amortisation).

Der praktische Teil umfasst 10 Unterrichtsstunden. Vermittelt werden die folgenden Inhalte:

    *
    * Installation und Wartung (Montage, Inbetriebnahme, Wartung und Fehlersuche, Unfallverhütungsvorschriften)
    * Beispiele für Anwendungen (autarke und netzverbundene Anwendungen)
      Versuche (Grundlagen der elektrischen Energie, Fotovoltaische Effekte, Fotovoltaikmodul).

Der Beraterteil umfasst 6 Schulstunden. Vermittelt werden die folgenden Inhalte:

    *
    * Beratungstechnische Kompetenz (Praxiswissen und Kompetenz)
    * Der Berater (Eigenschaften und Aufgaben)
    * Kundenaspekt (Kundenorientierung)
    * Die Phasen eines Beratungsgespräches
      Tipps für Vorträge und Veranstaltungen (Rhetorik, Redevorbereitung)

Foto: Solarstation mit Pumpe, Temperaturmessung, Durchflussmessgerät und Sicherheitsventil

Das Modul Thermie (Sonnenwärme)

Hier werden im theoretischen Teil (16 Unterrichtsstunden) die folgenden Inhalte vermittelt:

    *
    * Physikalische Grundlagen (Strahlung, Wärmeleistung, Wärmeenergie, Massenstrom, Rohrdimension, Längen- und Volumenausdehnung)
    * Solaranlagen (Funktionsprinzip, Kollektortypen, Solarstation, Speicher, Regelung, Verrohrung, Heizungseinbindung, Dimensionierung, Erträge)
      Umwelt- und Kostenaspekte (Ökobilanz, Wärmekosten, Normen und Bestimmungen, Förderung, Marktübersicht).

Der praktische Teil umfasst 10 Stunden mit den folgenden Inhalten:

    *
    * Kollektor (Montagearten, Transport, Unfallverhütung)
    * Verrohrung (Rohrverbindungstechniken, Rohrleitungsführung)
    * Solarstation/Solarspeicher (Bauteile, Speichertransport)
    * Befüllen und Inbetriebnahme
      Wartung, Wartungshilfsmittel und Fehlerdiagnosen.

Der Beraterteil (6 Unterrichtsstunden) beinhaltet die Schwerpunkte

    *
    * Solarpsychologie (Kaufentscheidung, Motivation)
    * Öffentlichkeitsarbeit und rechtliche Aspekte
    * Selbstbau in Österreich und Deutschland
      Verschiedene Marktstrategien.


Abschluss/Zertifikat:
Die Teilnehmer/innen erhalten eine Teilnahmebescheinigung und können darüber hinaus die Schulung auch mit einer schriftlichen Prüfung, in welcher die im Unterricht vermittelten Inhalte abgefragt werden, abschließen. Nach erfolgreicher Prüfung erhalten die Teilnehmer/innen ein Zertifikat zum Solarberater oder Solarfachberater.

Anmeldung und Kosten: Die Anmeldung sollte frühzeitig erfolgen, denn pro Kurs werden nur 18 Teilnehmer/innen zugelassen. Die Schulungsgebühren betragen 270,- EURO, bzw. 296,- EURO mit Prüfung.

Anbieter:

Weitere Informationen erteilt:

Eduard-Spranger-BerufskollegVorheider Weg 859067 HammHerr StD Björn Pförtzsch (Abteilung Metalltechnik II)
Telefon: (0 23 81) 17-54 01
Fax: (0 23 81) 17-29 24
Internet: www.ess.schulnetz.hamm.de

 
 

Herausgeber: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Der Präsident
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
http://www.bibb.de

Copyright: Die veröffentlichten Inhalte sind urheberrechtlich geschützt.
Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers dar.