Anbieter:
Berufsschulzentrum Stockach
Auszubildende zum Kaufmann/zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel oder zum Industriekaufmann/zur Industriekauffrau mit Abitur oder Fachhochschulreife können an der Zusatzqualifikation Europäisches Wirtschaftsmanagement mit Fremdsprachen teilnehmen. Die Ausbildung im dualen Berufskolleg dauert drei Jahre und erfolgt im Betrieb und in der Berufsschule. Vermittelt werden zusätzliche Kenntnisse und Fertigkeiten, die über die regulären Inhalte der Berufsausbildung im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule hinausgehen. Die Ausbildung ist praxisorientiert und es geht speziell um eine Profilbildung.
Ziel ist es, qualifizierte, motivierte Führungsnachwuchskräfte auszubilden.
Die Bewerbung erfolgt direkt bei den Ausbildungsbetrieben. Danach werden die Auszubildenden bei der Berufsschule angemeldet. Die freien Plätze können bei der Berufsschule erfragt werden.
Zusätzlicher Unterricht:
In der Berufsschule Stockach werden den Teilnehmern und Teilnehmerinnen an der Zusatzqualifikation neben den allgemeinbildenden Fächer zusätzliche fachtheoretische Kenntnisse vermittelt. Hierzu zählen z.B. europabezogene Volks- und Betriebswirtschaftslehre. Im Fach europabezogene Betriebswirtschaftslehre werden betriebswirtschaftliche Gebiete unter Berücksichtigung der internationalen Aspekte im Rahmen der EU behandelt, z.B. Warenein- und -verkauf mit Auftragsbearbeitung, Absatzförderung, Werbung, Marketing, Versand, Logistik, internationaler Zahlungsverkehr sowie Kostenrechnung und Controlling. Darüber hinaus werden Sozial- und Methodenkompetenz vermittelt und die Teilnehmer/innen wirken in betrieblichen Arbeitskreisen und Projektgruppen mit. Außerdem erhalten die Teilnehmer Unterricht in zwei Fremdsprachen (Berufsbezogene Fremdsprache I (Englisch) Fach und Berufsbezogene Fremdsprache II (Französisch oder Spanisch). Die Teilnehmer/innen lernen u.a. das Formulieren von Geschäftsbriefen in der Fremdsprache und das Schreiben von Vermerken über ein in der Fremdsprache geführtes Gespräch. Weitere Inhalte sind u. a. das Formulieren fremdsprachiger Vermerke in Deutsch, Wortergänzungsübungen, Konversationsübungen über Themen des Ausbildungsbereichs, Vorstellung und Begrüßung in der Fremdsprache. Außerdem absolvieren die Teilnehmer auch ein betriebliches Praktikum im Ausland.
Der Abschluss:
Die Zusatzqualifikation schließt mit einer Prüfung vor der IHK Hochrhein-Bodensee in Konstanz ab und wird sowohl schriftlich als auch mündlich im Fach Europabezogene Betriebswirtschaftslehre (ca. 150 Minuten) und in beiden Fremdsprachen (165 Minuten) abgenommen. Die schriftliche Prüfung im Prüfungsfach Europabezogene Betriebswirtschaftslehre kann gemeinsam mit der Berufsschule durchgeführt werden.
Mit bestandener Prüfung erhalten die Teilnehmer ein gesondertes Zeugnis mit dem Abschluss/Titel: Assistent/in für europäisches Wirtschaftsmanagement mit Fremdsprachen.

Teilnehmer/-innen
Wie das Angebot entstand
Karl Beirer ist Leiter des Berufsschulzentrum in Stockach. Rund eineinhalb Jahre betrug die Vorbereitungszeit bis zum Angebot der Zusatzqualifikation, denn das Zustandekommen war wegen der Praxisnähe neben der Nachfrage und der schulischen Organisation auch wesentlich von der Resonanz bei den Unternehmen aus Großhandel und Industrie abhängig. Karl Beirer beantwortet die Frage, warum er sich für das Europäische Wirtschaftsmanagement eingesetzt hat folgendermaßen: “Berufsschulen sind Dienstleister – besonders für Jugendliche und Ausbildungsbetriebe. Sie müssen in dualer Partnerschaft für Anforderungen von morgen ausbilden. Das Ausbildungsangebot öffnet solche Perspektiven. Außerdem ist die Zusammenarbeit mit Kammern und Verbänden (z.B. Arbeitskreis Schule &Wirtschaft) sehr produktiv.
Auch sieht der Schulleiter in diesem Angebot eine Alternative zum Studium: “Das Angebot ist eine Antwort der Industrie- und Handelskammer, der Verbände und der Berufsschulen auf die Herausforderungen von heute und morgen: Globalisierung, Internationalisierung, Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnik, Projektarbeit und weitere Zusatzqualifikationen. Dabei steht die direkte Verzahnung von Schule und Ausbildungsbetrieb im Vordergrund. Somit haben Absolventinnen und Absolventen eine realitätsnahe Alternative zum Studium – mit hoher Akzeptanz der Unternehmen. Auch die Unternehmen, mit denen das Berufsschulzentrum kooperiert, reagieren positiv auf das Angebot: ”Sie sehen darin eine Aufwertung der dualen Ausbildung. Ausbildungsbetriebe bringen ihre Erwartungen direkt ein, z.B. bei den Ausbildungsinhalten, der Wahl der Fremdsprachen oder dem Angebot des Auslandpraktikums.”

Teilnehmerinnen
Was die Auszubildenden sagen
Julia Mohr und Jens Hirt sind beide 23 Jahre alt und sind zur Zeit im 3. Ausbildungsjahr zum/zur Industriekaufmann/-frau plus Zusatzqualifikation Europäisches Wirtschaftsmanagement mit den Fremdsprachen Englisch und Spanisch.
Julia arbeitet bei der Allweiler AG in Radolfzell und sie begründet ihre Wahl für diese Ausbildung folgendermaßen: “Ich wollte nach dem Abi nicht studieren, sondern gleich praxisnah arbeiten und Geld verdienen. Während eines Informationsgesprächs beim Arbeitsamt berichtete mir die Berufsberaterin von der Möglichkeit die Ausbildung zur Industriekauffrau mit der Zusatzqualifikation Europäisches Wirtschaftsmanagement zu verbinden. Sie überreichte mir eine Infobroschüre, in der die Inhalte der Ausbildung beschrieben und in der auch alle Ausbildungsbetriebe aufgeführt waren, die diese Ausbildung plus Zusatzqualifikation anbieten. Ich haben mich dann für die Allweiler AG entschieden und mich dort beworben. Am meisten Spaß machen Julia die Fremdsprachen, vor allem aber Spanisch. “Es ist toll, dass man die Fremdsprachen direkt anwenden kann, zum Beispiel wenn man ein Telefongespräch aus Spanien entgegen nimmt.

Teilnehmer/-innen
Die Highlights
Ganz besonders herausragend fand Julia ihr vierwöchiges Auslandspraktikum, das sie in einem Unternehmen in Equador absolvieren durfte. Die Allweiler AG hat die Kosten für den Flug und für die Unterkunft in einer Familie übernommen. Julia erhielt während dieser Zeit ihre normale Ausbildungsvergütung, musste aber für das Praktikum zwei Wochen Ihres Jahresurlaubes abzwacken. “Der Aufenthalt in Equador war wirklich toll. Ich habe sehr viel über diese freundlichen Menschen, deren Mentalität und die Unterschiede im Geschäftsleben kennen gelernt und hatte viel Gelegenheit meine spanischen Sprachkenntnisse anzuwenden.

Teilnehmerinnen

Das Berufsschulzentrum Stockach
Kontakt:
Berufsschulzentrum Stockach
78333 Stockach
Herr StD Karl Beirer
Telefon: (0 77 71) 87 04-0
E-Mail: bsz.stockach@t-online.de
Internet: www.bsz.kn.bw.schule.de