Anbieter: Berufsförderungswerk Bau-Sachsen e. V.
Die Bauwirtschaft in Deutschland ist und bleibt ein bedeutender Wirtschaftszweig. Auch wenn aktuelle Konjunkturdaten noch nicht ganz optimistisch stimmen, der Bedarf an sehr gut ausgebildeten Bauleuten wird steigen. In der Bauwirtschaft beginnt ein großer Generationswechsel. Ab 2004 fehlen jährlich über 1000 Bauingenieurabsolventen in Deutschland. Ebenso wichtig ist die Ausbildung von Meistern, die die Unternehmensnachfolge antreten können.
Gebaut wird immer!
Deshalb wird weiterhin befähigter Nachwuchs für die verschiedensten Karrierewege in der Bauwirtschaft benötigt.
Der doppelt qualifizierende Bildungsgang Berufsausbildung mit Fachhochschulreife
Seit 1996 hat sich in Sachsen für besonders leistungsfähige und leistungswillige Abgänger der 10. Klasse ein attraktiver Bildungsgang bewährt, die eine dreijährige Berufsausbildung zum Mauer/zur Maurerin, Beton- und Stahlbetonbauer/in oder Zimmerer/Zimmerin mit dem gleichzeitigen Erwerb der Fachhochschulreife integrativ verbindet. Das bedeutet, dass über die Berufsausbildung mit Fachhochschulreife gleich zwei anerkannte Abschlüsse erlangt werden: der Facharbeiter bzw. Gesellenbrief und die Fachhochschulreife. Damit werden den Absolventen Karrierewege für mittlere und höhere Führungsfunktionen in der Baubranche eröffnet.
Welche Vorteile hat dieser Bildungsgang für die Ausbildungsbetriebe?
Ob diese Berufsausbildung mit Fachhochschulreife seinem Betrieb nützen würde, fragte sich Peter Stein von der Baugeschäft und Gerüstbau GmbH & Co KG Meerane noch vor Beginn der ersten Ausbildungsrunde. Heute ist er sich sicher, dass es nur positiv sein kann, studierte Mitarbeiter in seinem Betrieb zu haben, die von der Pike an gelernt haben und neben dem Verständnis für Sachzusammenhänge auch ihre praktischen Erfahrungen mit einbringen können.
Auch Tochter Anna Stein war begeistert von dieser Ausbildungsform und beschloss, 1997 das Gymnasium zu verlassen und im väterlichen Betrieb die Lehre als Maurerin aufzunehmen. “Es war der richtige Schritt, diese Form der Berufsausbildung zu wählen und in der gleichen Ausbildungszeit von drei Jahren eine doppelte Qualifizierung vorweisen zu können”, sagt die junge Frau heute, denn die in diesem Bildungsgang erworbene Fachhochschulreife ist bundesweit anerkannt. Somit kann sie ein Studium in jeder an Fachhochschulen angebotenen Studienrichtung aufnehmen, wie z.B. ein Studium zur Diplom-Ingenieurin (FH), Fachrichtung Bauingenieurwesen oder Architektur. Des Weiteren wäre auch ein Studium im dualen System an einer Staatlichen Studienakademie (Berufsakademie) zur Diplom-Ingenieurin (BA) oder Diplom-Betriebswirtin (BA) möglich.
(Abb. 1-4) Auszubildende der Berufschule "George Bähr" arbeiten am Modell des Turmhaubenmodells der Dresdener Frauenkirche
Die Berufsausbildung mit Fachhochschulreife bietet aber auch beste Voraussetzungen, um eine betriebliche Aufstiegskarriere durch "learning in the job" im Bauunternehmen selbst zu starten. Eine Übernahme des Baugeschäftes von Vater und Meister Stein stünde nichts im Wege. Anne Stein ist begeistert: “Die gesamte Ausbildung macht mir ungemein Spaß”.
Ganz einfach sei es aber am Anfang nicht gewesen, sich zusammen mit ihrer Mitschülerin gegen 15 Jungen durchzusetzen. “Aber heute ist das kein Problem mehr, egal ob in der Berufsschule oder im Betrieb”, meint Anne Stein. Ansprechende Leistungen, zupacken können, den richtigen Ton finden und ein gesundes Selbstbewusstsein haben ihr auch als Mädchen in diesem Beruf Anerkennung eingebracht.
Zugangsvoraussetzungen:
Lernorte:
Die Lehrlinge des Bildungsganges Berufsausbildung mit Fachhochschulreife in den Berufen Maurer/-in, Beton- und Stahlbetonbauer/-in und Zimmerer/ Zimmerin erhalten ihre Ausbildung auf betrieblichen Baustellen, im Beruflichen Schulzentrum sowie im Überbetrieblichen Ausbildungszentrum.
Der Unterricht zur Erlangung der Fachhochschulreife wird über 3 Jahre lang in den Berufsschulunterricht integriert und wird im sprachlichen, im mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen und im gesellschaftswissenschaftlichen Bereich (einschließlich wirtschaftswissenschaftlicher Inhalte) erteilt.
Initiiert wurde das Projekt von sächsischen Baufachverbänden und dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus. Gefördert wird es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie durch das Bundesinstitut für Berufsbildung.
Der Unterricht zur Erlangung der Fachhochschulreife wird zurzeit in den folgenden Berufsschulen Sachsens angeboten:
Da die Azubis aus ganz Sachsen kommen, ist Internatsunterbringung notwendig.