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Pressemitteilung

24.02.2011 - Ministerpräsident Mappus und BIBB-Präsident Kremer zeichnen sechs Preisträger mit dem "WIP 2011" aus

Verleihung des "Weiterbildungs-Innovations-Preises 2011" auf der "didacta" in Stuttgart

Stefan Mappus, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg, und Manfred Kremer, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), haben heute auf der Bildungsmesse "didacta" in Stuttgart sechs Preisträger mit dem "Weiterbildungs-Innovations-Preis 2011" des BIBB ausgezeichnet. Mit dem WIP würdigt das BIBB in diesem Jahr bereits zum elften Mal zukunftsweisende Projekte und Initiativen, die sich mit ihren innovativen Konzepten um die berufliche und betriebliche Weiterbildung verdient gemacht haben. Mit der Auszeichnung ist eine Geldprämie in Höhe von jeweils 2.500 Euro verbunden.

Stefan Mappus, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg: "Bildung ist das Herzstück unserer Politik. Unser gegliedertes Schulsystem in Baden-Württemberg bietet die Möglichkeit, die jeweilige Begabung zu erkennen und Kinder und Jugendliche leistungsgerecht zu fördern. Aber auch die berufliche Bildung und lebenslanges Lernen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Das Bundesinstitut für Berufsbildung ist ein anerkanntes Kompetenzzentrum zur Erforschung und Weiterentwicklung der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Auch für uns in Baden-Württemberg ist es ein wichtiger Partner und Ansprechpartner. Die berufliche Weiterbildung bietet nicht nur jedem Einzelnen die Chance des weiteren beruflichen Aufstiegs, sondern trägt zur Sicherung des künftigen Fachkräftebedarfs bei und sichert auf diese Weise in hohem Maße die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft."

Manfred Kremer, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung: "Die WIP-Preisträger sind mit ihren innovativen Konzepten herausragende Beispiele für eine moderne, zukunftsweisende Gestaltung der betrieblichen und beruflichen Weiterbildung. Sie tragen mit ihren Projekten dazu bei, Fachkräfte zu qualifizieren, Arbeitsplätze zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu erhalten. Ich wünsche mir sehr, dass diese ausgezeichneten Konzepte in vielen Betrieben und Einrichtungen den Anstoß dazu geben, sich noch intensiver mit dem Thema Weiterbildung zu befassen. Wer vom lebensbegleitenden Lernen spricht, muss durch die Gestaltung von Übergängen und Anschlüssen eine engere Verzahnung und größere Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Bildungsbereichen ermöglichen. Der Weiterbildung kommt dabei eine Schlüsselrolle zu."


 
Kurzbeschreibungen der sechs Preisträger des "Weiterbildungs-Innovations-Preises 2011" (WIP)


"ABC zum Berufserfolg"
Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb), Nürnberg
In Deutschland liegen die Schriftsprachkenntnisse von schätzungsweise vier Millionen Menschen unterhalb des gesellschaftlich erforderlichen Mindestniveaus. Diese "funktionalen" Analphabetinnen und Analphabeten sind in ihrer gesellschaftlichen Teilhabe stark benachteiligt, ihr Arbeitslosigkeits- und Armutsrisiko ist groß. Mit dem ganzheitlichen Integrations- und Qualifizierungsmodell für die berufsorientierte Grundbildung trägt das Projekt dem speziellen Förderbedarf dieser Zielgruppe in hervorragender Weise Rechnung. Die Jury würdigt die innovative Kombination wissenschaftlicher Forschungsmethoden, individueller Lernberatung, fachspezifischer Vermittlung von Alphabetisierungs- und Grundbildungskompetenzen sowie deren Erprobung in Form von Praktika in einem betrieblichen Arbeitsprozess mit dem Ziel, diese Menschen wieder in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Verbindung von theoretischem Lernen und praktischer Erfahrung im Betrieb führt zum Abbau von Lernblockaden, erhöht Lernerfolge und steigert das Selbstwertgefühl der Betroffenen.
Kontakt: Dr. Kathleen Rothe, Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb), Obere Turnstr. 8, 90429 Nürnberg, Tel.: 0911 / 27779-57, Internet: www.f-bb.de


"Talent Academy - Akademie für den Führungsnachwuchs"
Mario Neumann, freiberuflicher Trainer & Coach, Bondorf
Die "Talent Academy" steht für ein innovatives einjähriges Weiterbildungsprogramm für ausgewählte Nachwuchskräfte in Unternehmen, die über das Potenzial verfügen, mittelfristig Führungsverantwortung zu übernehmen. Dabei werden die etablierten Führungskräfte des Betriebs aktiv mit eingebunden. Sie bringen ihr Erfahrungswissen fortlaufend in die Seminar-Module ein. Das Konzept, so die Jury, zeichnet einen hohen Projekt- und Praxisbezug aus. Es bietet auf eindrucksvolle Weise eine systematische Erfassung und Entwicklung von Selbst-, Methoden- und Sozialkompetenz der Teilnehmenden. Den Unternehmen eröffnet sich durch dieses Weiterbildungsangebot die Möglichkeit, Führungspositionen im Betrieb kompetent intern zu besetzen. Die zum Ausdruck kommende Wertschätzung des Unternehmens fördert darüber hinaus bei den Teilnehmenden die Leistungsmotivation und steigert die Identifikation mit dem Betrieb.
Kontakt: Mario Neumann, Fichtenstraße 12, 71149 Bondorf, Tel.: 07457 / 94 86 001, Internet: www.marioneumann.com


"Weiterbildung zur Diabetesberaterin / zum Diabetesberater DDG"
Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG), Berlin & Mathias Hochschule, Rheine
In Deutschland leiden etwa 7 bis 8 Millionen Menschen an Diabetes mellitus - Tendenz weiter steigend. Menschen mit dieser chronischen Erkrankung sind auf besondere lebensweltliche Begleitung und Unterstützung angewiesen, um die notwendigen Therapiemaßnahmen in ihren persönlichen Alltag eigenverantwortlich und dauerhaft zu integrieren. Hier setzt das prämierte Weiterbildungskonzept umfassend und praxisorientiert an. Die berufsbegleitende Qualifizierung orientiert sich an beruflichen Arbeitsaufgaben und trägt nach Auffassung der Jury auf vorbildliche Weise zur Differenzierung und Professionalisierung der Beschäftigten in den Gesundheitsberufen bei. Dabei werden neue Standards für fachlich ausgerichtete Tätigkeiten der nichtärztlichen Berufe in der Diabetologie gesetzt. Die Weiterbildung kann zudem auf den Bachelor-Studiengang "Diabetes und Gesundheitsmanagement" angerechnet werden. Das Projekt leistet dadurch einen maßgeblichen Beitrag zur Anrechenbarkeit von Kompetenzen sowie zur Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Bildungswegen.
Kontakt: Ethel Narbei, Mathias Hochschule Rheine, Frankenburgerstr. 31, 43481 Rheine, Tel.: 05971 / 42 11 76, Internet: www.mhrheine.de


"Studiengang Unternehmertum"
Duale Hochschule Karlsruhe
Ziel des berufsbegleitenden Bachelor-Studiengangs ist es, jungen Menschen zu einer umfassenden unternehmerischen Handlungskompetenz zu verhelfen. Inhalte und Methoden sind speziell auf die Unternehmensnachfolge in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ausgerichtet. Der Studiengang findet zu gleichen Teilen an der Hochschule und in den Betrieben statt; Theorie und Praxis sind durch interaktive Lernformen und praktische Anwendungen im eigenen betrieblichen Umfeld miteinander verzahnt. Die "Diplom-Unternehmer" werden in die Lage versetzt, einen Betrieb professionell und innovativ zu führen. Das Projekt ist - so die Jury - ein herausragendes Beispiel für ein speziell an den Bedürfnissen von Berufspraktikern in KMU orientiertes und auf Praxistransfer ausgerichtetes Bildungsangebot. Der "Studiengang Unternehmertum" wird im Rahmen des Zukunftssicherungsprogramms Fachhochschulen und Berufsakademien der Baden-Württemberg-Stiftung durchgeführt.
Kontakt: Prof. Dr. Armin Pfannenschwarz, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Campus Karlsruhe, Erzbergerstr. 121, 76133 Karlsruhe, Tel.: 0721 / 9735-953, Internet: www.studiengang-unternehmertum.de


"VIPOL - Virtuelles Training für Polizeieinsatzkräfte"
Innenministerium des Landes Baden-Württemberg, Stuttgart
VIPOL - ein sogenanntes "Serious Game" - ergänzt mit interaktivvirtuellen Trainingsszenarien praktische Übungen der Polizei, da sich viele "echte" Trainingseinheiten aufgrund des großen Kosten- und Zeitaufwands sowie des hohen Gefahrenpotenzials kaum mehr realisieren lassen. Die Polizisten trainieren im Rahmen dieses Pilotprojekts am Computer zum Bei-spiel, wie Bodenkräfte mit den Besatzungen in Polizeihubschraubern bei Einsätzen reibungs-los und effektiv zusammenarbeiten. Mit VIPOL stehen allen Polizeibediensteten in Baden-Württemberg europaweit einmalige virtuelle Weiterbildungs- und Trainingsszenarien zur Verfügung, die sie optimal auf reale Einsätze vorbereiten. Dabei zeichnet sich die virtuelle Trainingsinfrastruktur durch eine hohe Komplexität und Variabilität aus. Besonders be-eindruckt zeigte sich die Jury von der anspruchsvollen 3-D-Technik, der Vielfalt multimedialer Aspekte, wie zum Beispiel dem Einsatz von Avataren, sowie der praxisnahen Teamkommunikation.
Kontakt: Polizeioberrat Uwe Seidel, Innenministerium Baden-Württemberg, Landespolizeipräsidium, Referat 33 - POLIZEI-ONLINE, Dorotheenstr. 6, 70173 Stuttgart, Tel.: 0711 / 231-3356, Internet: www.polizei-online.de


Sonderpreis zum Thema "Kompetenzfeststellung in der Weiterbildung": "Der Tour-Planer"
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen
Im Mittelpunkt des prämierten Konzepts - einem strategischen Planspiel - steht die Feststellung und Messung von Planungskompetenz. Diese stellt ein wichtiges Element beruflicher Kompetenzentwicklung dar. Ziel ist es, die Planungskompetenz von Menschen in der beruflichen Rehabilitation zu diagnostizieren, um daraus Empfehlungen für Berufswahlentscheidungen, Hinweise für weiteren Trainingsbedarf oder Umschulungen ableiten zu können. Die praktische Aufgabe beim "Tour-Planer" besteht darin, auf Papier oder computergestützt unter Einhaltung einer festgesetzten Bearbeitungszeit eine "Sightseeing-Tour" durch eine fiktive Stadt zu planen. Aus den ermittelten Daten wird eine Punktzahl errechnet, die Auskunft über das Planungsniveau des Teilnehmenden gibt. Die Jury würdigt insbesondere das valide und objektive Messverfahren, das allen wissenschaftlichen Güte- und Qualitätskriterien standhält. Der "Tour-Planer" kommt inzwischen in zehn Berufsförderungswerken sowie bei freien Bildungsträgern zum Einsatz. Getestet wird er auch bereits in der Erstausbildung.
Kontakt: Dr. Viktoria Arling, RWTH Aachen, Institut für Psychologie, 52056 Aachen, Tel.: 0241 / 80 93 992, Internet: http://www.psych.rwth-aachen.de/
 


 
 

Herausgeber: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Der Präsident
Robert-Schuman-Platz 3
53175 Bonn
http://www.bibb.de

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