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Newsbeitrag

07.05.2009 - Studienberechtigte wollen sich mit der Hochschulreife alle Möglichkeiten offen halten

Wie bereits bei den zuvor untersuchten Jahrgängen 2005 und 2006, ist auch bei den angehenden studienberechtigten Schulabgängern/-innen 2008 das Bestreben, einen Schulabschluss zu erlangen, der alle nachschulischen Optionen offen lässt, der mit Abstand am häufigsten genannte Grund für den Erwerb der Hochschulreife (77%).
Daneben steht die pragmatische „Verwertbarkeit“ der Hochschulreife im Vordergrund: 57% betrachten das Hochschulreifezeugnis als unerlässliche Voraussetzung für ein Studium, 37% als unverzichtbare Voraussetzung für jede Art von anspruchsvoller Berufsausbildung.

Dies ist eines der zentralen Ergebnisse der von der HIS Hochschul-Informations-System GmbH zum dritten Mal mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) durchgeführten Befragung von angehenden Studienberechtigten zu ihren Studien- und Berufsausbildungsplänen ein halbes Jahr vor dem Erwerb der Hochschulreife. Zu den wichtigen Ergebnissen, die auf Bundesebene und differenziert nach Bundesländern vorliegen, sind außerdem die Befunde zu den individuellen Schwierigkeiten bei der Planung des nachschulischen Werdegangs zu zählen. Insbesondere die unvorhersehbare Entwicklung des Arbeitsmarktes bereitet den Schülerinnen und Schülern vergleichsweise häufig erhebliche persönliche Schwierigkeiten (38%). Erstaunen mag vor dem Hintergrund des oben mehrheitlich genannten „Offenhaltens aller Optionen“, dass für ein gutes Drittel die nur schwer überschaubare Zahl der Möglichkeiten nach dem Schulabschluss ein großes Problem darstellt (37%). Von Bedeutung als individuelles Planungsproblem sind zudem die von knapp einem Drittel (31%) und sogar 41% derjenigen Schüler/-innen, die sich ein halbes Jahr vor Schulabgang bereits für ein Studium entschieden haben, benannten Zugangsbeschränkungen im angestrebten Studienfach. Für nahezu gleich viele gestaltet sich die Finanzierung von Studium oder Ausbildung problematisch. Bei diesem Aspekt zeigen sich bemerkenswerte geschlechtsspezifische Unterschiede: 34% der weiblichen, aber nur 26% der männlichen angehenden studienberechtigten Schulabgänger geben an, dass die Finanzierung von Studium/Ausbildung ein Problem bei ihren Überlegungen über den weiteren Werdegang darstellt.

Wie in allen Schulabschlussjahrgängen entscheidet sich auch ein Teil der Studienberechtigten 2008 (zumindest zunächst) gegen die Umsetzung der durch die Hochschulreife erlangten Studienoption und für die Aufnahme einer beruflichen Ausbildung. Insgesamt bewegt sich der Anteil derjenigen, die diesen Qualifikationsschritt wählen, in einer Bandbreite zwischen minimal 28% und maximal 42%. 2006 lag die Berufsausbildungsneigung hingegen in dem sehr schmalen Korridor von 24% und 27%.

www.his.de