Jugendliche ohne Berufsausbildung rücken immer mehr in den Mittelpunkt der Bemühungen von Bildungsexperten und Politikern; der wachsende Fachkräftemangel bedroht zunehmend die Wirtschaft Deutschlands. Auf einer Pressekonferenz am 14.10.2008 gab Manfred Kremer, der Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung, zu diesem Thema Auskunft. Mittlerweile bleiben 15 Prozent der jungen Erwachsenen zwischen 20 und 29 Jahren ohne Berufsabschluss. Alle Jugendlichen zu qualifizieren, ist damit nicht mehr nur eine sozialpolitische Maßnahme, sondern bedeutet letztlich eine Investition in die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.
Kremer machte darauf aufmerksam, dass sich etwa ein Fünftel aller Schulabgänger/-innen in berufsvorbereitenden Maßnahmen oder sonstigen teilqualifizierenden Bildungsgängen befänden. Dort müsse angesetzt werden, um aus unproduktiven Warteschleifen produktive Bildungsketten zu machen und so die vorhandenen Potenziale zu nutzen. Frühzeitig sollten den Schulabgängern Trainer zur Seite gestellt werden, die sie bei der Berufsorientierung und der Arbeitsplatzsuche unterstützten. Der § 421s des SGB III erlaubt diese professionelle Berufseinstiegsbegleitung bis zu sechs Monate nach Ausbildungsbeginn.
Quelle:
dpa Kulturpolitik, Nr. 43, 20.10.2008