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Newsbeitrag

24.04.2008 - Europäisches Leistungspunktesystem für die Berufsbildung

Die Europäische Union hat 27 Mitgliedsstaaten und damit auch 27 verschiedene Berufsbildungssysteme. Um die berufliche Leistungsfähigkeit der Europäer zu erhöhen und einheitlich bewerten zu können, schlägt die Europäische Kommission ein Leistungspunktesystem (ECVET- European Credit System for Vocational Education and Training) für die Berufsbildung vor. Dieses soll die Lernergebnisse in Einheiten aufteilen und mit Leistungspunkten versehen und sich am Europäischen Qualifikationsrahmen (EQR), dem europäischen Anerkennungsinstrument für Bildungsabschlüsse, ausrichten.

Die für die Zertifizierung zuständigen Stellen könnten mit diesem System die im Ausland erworbene Lernergebnisse anhand der vergebenen Leistungspunkte ins jeweils eigene Berufsbildungssystem übertragen, so dass die Auszubildenden leichter in verschiedenen Bildungseinrichtungen und in unterschiedlichen Ländern ausgebildet werden könnten.

Bei allen Vorteilen fürchten Kritiker wie der DIHK eine „Atomisierung“ des deutschen Berufsprinzips. Es bestehe die Gefahr, dass Ausbildungen nicht mehr zu Ende geführt würden, wenn schon einzelne Module angerechnet werden könnten. Deutschland hat im Berufsbildungsgesetz (BBiG) geregelt, dass die Auszubildenden bis zu einem Viertel der Ausbildung im Ausland absolvieren können. Die Anerkennung der dort erbrachten Leistungen ist ebenfalls im BBiG geregelt. Der DIHK nimmt dies zum Anlass, die Einführung des ECVET-Systems in Frage zu stellen.

Quelle: FAZ vom 15.04.2008

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