Das moderne und dienstleistungsorientierte Handwerk der Zukunft benötigt Führungskräfte, Gründer und Nachfolger, die vielseitige und verantwortungsvolle Aufgaben in erfolgreich wachsenden Unternehmen übernehmen können. Die Vorbereitung auf selbstständiges und kundenorientiertes Entscheiden steht im Mittelpunkt des Studiums.
Aufbruchstimmung im Norden: 26 Bachelorstudenten sind im Oktober 2006 im bundesweit ersten dualen Studiengang „Verbundwerkstoffe/Composites“ gestartet. Im achtsemestri-gen Studium ist außerdem die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker/in Kautschuk und Kunststofftechnik (IHK) integriert. Diese spezielle Ingenieursausbildung bietet die Private Fachhochschule Göttingen (PFH) an ihrem neuen Standort im nordelbischen Stade an. Ko-operationspartner sind der CFK-Valley Stade e.V. und der Flugzeugbauer Airbus Deutsch-land GmbH. Den ausgebildeten Kunststoff-Spezialisten werden glänzende Jobaussichten vorausgesagt: Sie sind von Forschungsinstituten und Industrie händeringend gesuchte Fachkräfte.
Bankkaufleute stehen ihren Kunden mit Rat und Tat in allen finanziellen Fragen zur Seite. Wichtig für eine solche Rundumbetreuung sind natürlich aktuelle Fachkenntnis und die Fähigkeit, gut zu beraten. Die Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG, eine der weltweit größten Finanzdienstleister, setzt für ihren Unternehmenserfolg daher auf talentierte, qualifizierte und hoch motivierte Mitarbeiter. Und das bereits in der Ausbildung. Seit 2005 bietet die Bank als erstes Unternehmen ihren Auszubildenden zum Bankkaufmann/frau ein ausbildungsbegleitendes, DIN-geprüftes Trainingskonzept: die Vertriebsqualifizierung mit Zertifikat. Damit sollen die Auszubildenden als zukünftige Mitarbeiter ihre Kundengespräche kompetenter und erfolgreicher führen können.
Entwürfe zu zeichnen ist nur eine Facette der Architektur. Im Berufsalltag der Architekten sind vielmehr Generalisten gefragt, die außer einer kreativen Ader und einem Draht zur Technik auch verhandeln und ökonomisch denken können. Das Gros der Jungarchitekten wird aber häufig erst nach dem Studium zum ersten Mal mit Bauleitplänen und Kostenkalkulationen konfrontiert oder lernt unter Termindruck zu arbeiten. Damit der Berufseinstieg leichter fällt, plädieren Branchenexperten schon seit langem für mehr praktische Erfahrungen während des Architekturstudiums. Das Praxisplus kann sogar so weit gehen, eine komplette betriebliche Ausbildung während des Studiums zu absolvieren. Möglich ist das in einem bundesweit bislang einmaligen aber noch weithin unbekannten Studienmodell in Bayern: Die Kombination aus Architekturstudium und dualer Berufsausbildung an der Georg-Simon-Ohm Fachhochschule in Nürnberg in Kooperation mit der Berufsschule Weiden. Newcomer, die mit Praxiserfahrung mehr mitbringen als nur kühne Designs, können damit auf dem nach wie vor angespannten Arbeitsmarkt punkten.
Ob Oldtimerfreunde ihre rollenden Schätzchen eher für das pure Fahrvergnügen oder als Wertanlage sammeln: Um die Autoveteranen am Leben zu erhalten, braucht man viel Liebe, Geduld, oft auch etwas Geld, aber vor allem - das handwerkliche Spezialwissen von Profis. Kfz-Mechatroniker, die nicht nur Bauteile auswechseln, sondern alte Substanz auch reparieren und instand setzen können, haben meist eine intensive Ausbildung und jahrelange Berufserfahrung hinter sich. Mit ihrem Sonderwissen können sie deshalb praktisch jedem Kunden zum Traumauto verhelfen. Einer, der sich dem Kultfahrzeug Wartburg aus der früheren DDR mit Haut und Haar verschrieben hat, ist Kfz-Meister Olaf Heineken. In seiner Werkstatt im sächsischen Großhartmannsdorf bringt er jedes Wartburgmodell aus den Jahren 1955 bis 1967 wieder in Schuss und gibt sein in Insiderkreisen geschätztes Wissen auch engagiert und begeistert weiter. Besonderen Wert legt er deshalb auf die fundierte Ausbildung junger Leute. Und wer die Chance hat, in seiner Werkstatt eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker zu absolvieren, kann später weit mehr als man in diesem Ausbildungsberuf zunächst erwartet – nämlich Young- und Oldtimer restaurieren – und hat damit breitere Einsatzmöglichkeiten.
Sachsen-Anhalts Wirtschaftslage zeigt nach oben, aber noch immer wandern viele schlaue Köpfe in die westlichen Bundesländer oder ins Ausland ab. Um gute Fachkräfte nicht zu verlieren, hat die Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg ein Signal gesetzt. Die Universität bietet neuerdings duale Bachelorstudiengänge an, die betriebliche Karrierewege in der regionalen Wirtschaft schaffen sollen. Und damit nicht genug – in Magdeburg können Abiturienten erstmalig einen dualen Studiengang in Berufspädagogik mit ingenieurwissenschaftlicher Fachrichtung absolvieren. Die zukünftigen Ausbilder, Dozenten oder Trainer haben damit außergewöhnliche Perspektiven in ihrem Ausbildungsbetrieb. Als erster starker Unternehmenspartner konnte Siemens gewonnen werden. Prof. Dr. Klaus Jenewein, Direktor des Instituts für Berufs- und Betriebspädagogik der Magdeburger Universität, betont die Zukunftschancen des Programms: „Die neuen Angebote werden nicht nur die Praxisorientierung des Universitätsstudiums verbessern und das Studium insgesamt attraktiver machen. Sie führen auch dazu, dass in Sachsen-Anhalt für hoch qualifizierte Studienbewerber interessante Ausbildungsangebote in Zusammenarbeit von Universität und Wirtschaft bereit stehen“.
Obwohl Polen nicht weit von Berlin entfernt ist, gelten Polnischkenntnisse geschweige denn eine Ausbildung in Polen hierzulande noch als exotisch. Dass es heute aber längst nicht mehr ausreicht, ausschließlich für den heimischen Ausbildungsmarkt zu qualifizieren, hat das Projekt ProPolska erkannt. Der internationale Ausbildungsgang am Oberstufenzentrum für Bürowirtschaft und Verwaltung in Berlin möchte die kulturellen und wirtschaftlichen Verflechtungen beider Nachbarländer intensivieren und langfristig festigen. Auszubildende zum Kaufmann/frau für Bürokommunikation haben am OSZ in Berlin erstmalig die Chance, Wirtschaftspolnisch als Fremdsprache Nr. 1 zu lernen und einen mehrmonatigen Teil der Ausbildung in Polen zu verbringen - mit Zusatzzertifikat und ohne Zeitverlust. Denn sprachliches und soziokulturelles Verständnis sind beste berufliche Startchancen in ein buntes und offenes Europa mit wachsendem Arbeitsmarkt.
Sein Handwerk verstehen und mit betriebswirtschaftlichem Weitblick betreiben – das fördert die neu gegründete Berufsakademie Hamburg. Seit Oktober 2006 können Schulabgänger mit Hochschulreife eine Lehre im Handwerk oder im Gewerbe mit einem Wirtschaftsstudium an der neu gegründeten Berufsakademie Hamburg verbinden. Nach nur vier Jahren haben sie nicht nur den Gesellen- bzw. Facharbeiterbrief, sondern auch den international anerkannten Bachelor of Arts in der Hand. Das bundesweit einzigartige Ausbildungskonzept möchte speziell Führungskräfte für kleine und mittlere Unternehmen im Handwerk qualifizieren. Denn jährlich stehen tausende Firmen in Deutschland vor dem Nachfolgeproblem und ein Großteil davon sind Handwerksbetriebe. Initiatoren des zukunftsfähigen Studienmodells sind die Handwerkskammern Hamburg, Schwerin und Lüneburg-Stade sowie acht Innungen der Hansestadt Hamburg. Gleich 38 Studenten aus 17 unterschiedlichen Ausbildungsberufen – vom Friseur bis zum Zahntechniker – sind im Oktober gestartet.
Caipirinha, Tequila Sunrise & Red Berry: Der Trend zu gemischten Getränken – sei es mit oder ohne Alkohol - hat in den letzten Jahren immer mehr zugenommen. Die Gewerbeschule für Gastronomie und Ernährung G 11 in Hamburg hat auf diese beliebten Kundenwünsche reagiert. Seit 2003 bietet die Berufsschule zusammen mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Hamburg eine Zusatzqualifikation zum Barmixer an. Angesprochen sind besonders leistungsstarke Auszubildende zum Restaurantfachmann/frau, die mit Abschluss ihrer Berufsausbildung zugleich die Fortbildungsprüfung zum Barmixer mit Zertifikat der Handelskammer Hamburg ablegen möchten: Ein Ausbildungsmodell der Zukunft, da es Aus- und Fortbildung miteinander verbindet.