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Erfahrungsbericht: Duales Studium Gesundheitsmanagement

Portrait von Verena Bernard Bezeichnung: Duales Studium Gesundheitsmanagement (Abschluss: Bachelor of Arts) mit Praxisphasen in einem Fitness und Gesundheits-Zentrum
Modell: praxisintegrierend

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Ausbildungsinstitution: Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken

 
 
 
 

Autorin: Verena Bernard

Zu mir

Verena Bernard (geb. am 09. August 1977) studierte bis Dezember 2008 an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement im dualen Studiengang „Bachelor in Gesundheitsmanagement“. Den betrieblichen Teil ihres dualen Bachelor-Studiums absolvierte sie in einem Fitness u. Gesundheits-Zentrum. Seit Abschluss ihres Studiums arbeitet die junge Mutter bei der LAGS, der LandesArbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung Saarland e.V., im „Zentrum für Gesundheitsförderung Rheinland-Pfalz und Saarland“.

Warum ich mich für ein duales Studium entschieden habe…

Im Gegensatz zu vielen meiner Freunde in der Schule wusste ich ziemlich genau, was ich nach dem Fach-Abi machen wollte: Goldschmiedin werden. Deshalb habe ich zuerst eine Ausbildung als Goldschmiedin begonnen und dann auch ein paar Jahre in diesem Job gearbeitet. Anfangs hat es auch Spaß gemacht, aber später war ich nur noch für Reparaturen zuständig. Und das war nicht das, was ich wollte; weil ich eigentlich mehr gelernt hatte als nur im Reparaturdienst zu arbeiten.

Während meiner Arbeit als Goldschmiedin habe ich zum Ausgleich in einem Fitnessstudio trainiert. In dem Studio war eine Mitarbeiterin, der „Bachelor in Fitnessökonomie“ an der Deutschen Hochschule studierte und seine betriebliche Ausbildung, die er neben dem Fernstudium absolvierte, in eben diesem Fitnessstudio machte. Ich habe mich mit ihm über das Studium unterhalten und es hat mich neugierig gemacht, auch weil ich mich schon länger für Fitness und Gesundheit interessierte. Ich konnte mir gleich gut vorstellen, in diesem Bereich zu arbeiten. Auf jeden Fall wollte ich bei meiner neuen Qualifikation aber wieder was Praktisches machen und nicht den ganzen Tag nur Theorie pauken. Ich bin einfach ein „Praxismensch“.

Ich habe geschaut, welche Studiengänge die Hochschule anbietet. „Bachelor in Gesundheitsmanagement“ hat mir besonders gut gefallen, weil es die Möglichkeit bot, Theorie und Praxis zu verbinden und mich von den Themen am meisten interessierte. Hier geht es verstärkt um Konzeptentwicklung, Projektplanung und Umsetzung von gesundheitsfördernden Maßnahmen. Außerdem hat der Bereich Gesundheitsmanagement großes Zukunftspotenzial und die beruflichen Perspektiven mit einem abgeschlossenen Studium in diesem Bereich sind gegeben. Deshalb habe ich 2006 angefangen, an der DHfPG zu studieren.

Wie habe ich meinen Ausbildungsbetrieb gefunden?

Um das duale Studium beginnen zu können, musste ich mir einen Ausbildungsbetrieb suchen. Die Hochschule unterstützt die Studierenden dabei, einen Betreib zu finden, hat eine Jobbörse und eine Liste mit Betrieben, die schon Studierende ausbilden. Ich bin aber drauf losgegangen und habe einfach in dem Studio, in dem ich trainiert habe, nachgefragt, ob ich dort meine betriebliche Ausbildung machen kann. Dort hatten sie ja bereits eine Studierende der DHfPG, von der ich von dem Studium erfahren habe (s.o.).

Wie habe ich mein Studium, meine betriebliche Ausbildung und meine Verpflichtungen als Mutter unter einen Hut gebracht?

Das Studium ist im Prinzip von Anfang bis Ende durchgeplant, weil ja auch betriebliche Ausbildung und Präsenzphasen aufeinander abgestimmt werden müssen. Ich wusste frühzeitig, wann ich Blockunterricht hatte, wann ich bestimmte Prüfungsleistungen absolvieren musste und wann ich im Betrieb war. So konnte ich mir meine Zeit entsprechend einteilen. Ich habe nahezu die gesamten drei Jahre in meinem Ausbildungsbetrieb gearbeitet und bin dann zu den Präsenzphasen zum Studienzentrum gefahren, was für mich nur ein „Katzensprung“ war. Die knapp drei Monate Mutterschutz konnte ich nahtlos an mein Studium anhängen. Dass man die Möglichkeit hat, sich eines der Studienzentren auszusuchen, an denen man seine Präsenzphasen absolviert, macht natürlich vieles einfacher. Man ist auf jeden Fall flexibler und spart Geld, weil man, je nachdem wo man wohnt, keine Unterkunft für die Dauer der Präsenzphase braucht. Und als dann mein Sohn während des Studiums auf die Welt kam, war das duale Studiensystem natürlich ein noch größerer „Glücksgriff“. Ein Präsenzstudium wär für mich nicht möglich gewesen, da ich flexibel sein mußte und mit Sicherheit eine längere Auszeit hätte nehmen müssen.

Wie habe ich von der Verknüpfung von Theorie und Praxis profitiert?

Ich fand es sehr spannend, etwas in der Theorie zu lernen und dann direkt zu versuchen, dieses Know-how in der Praxis anzuwenden – gerade im Kundenkontakt ist das ein großer Vorteil.  Dazu haben insbesondere auch die Rollenspiele und Gruppenarbeiten während der Präsenzphasen beigetragen. Ich stelle es mir schwer vor, das erlernte Wissen erst nach Ende des Studiums richtig anwenden zu können. Bis dahin hat man sicherlich schon wieder Einiges vergessen.

Ein anderer Aspekt ist, dass man am Ende einen Studienabschluss und gleichzeitig bereits drei Jahre Berufserfahrung hat. Das ist auf dem Arbeitsmarkt natürlich ein großer Vorteil gegenüber denjenigen, die ein Vollzeitstudium absolviert haben, jedoch über keinerlei oder kaum Berufspraxis verfügen.

Deshalb hatte ich auch weniger Probleme, schnell einen Job zu finden. Ich wusste genau, dass ich mit meinem Wissen aus dem Studium Neues anstoßen, eigene Projekte entwickeln und umsetzen will. Anstatt mich auf ausgeschriebene Stellen zu bewerben, habe ich Initiativbewerbungen an unterschiedlichste Unternehmen versendet. Ich war davon überzeugt, auf diesem Weg mehr Erfolg zu haben, das Passende zu finden. Der Aufwand hat sich gelohnt, ich habe einige sehr positive Rückmeldungen erhalten. Und letztendlich habe ich so meinen heutigen Arbeitsplatz bei der LAGS, der LandesArbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung Saarland e.V., gefunden. Ich hatte Glück, dass die LAGS zu diesem Zeitpunkt genau in dem Bereich eine Mitarbeiterin suchte, auf den ich mich beworben habe. Das Gute an dem Job ist, dass genügend Zeit für die Betreuung meines Sohnes bleibt. Ich bin mit der Situation sehr zufrieden. Dank des Know-hows, das mir während des Studiums vermittelt wurde, konnte ich Fuß in einem Bereich fassen, der mich schon lange gereizt hat.

Ob ich „mein“ duales Studium empfehlen kann?

Für ein duales Studium würde ich mich immer wieder entscheiden. Es hat genau das erfüllt, was ich erwartet habe. Ich wollte etwas Praktisches machen und nicht nur Theorie pauken oder im Frontalunterricht sitzen. Und das hat sich erfüllt. Besonders gut hat mir gefallen, dass wir an der DHfPG eine homogene Gruppe während der Präsenzphasen waren. Die Dynamik in der Klasse hat jeden angesteckt. Durch die überschaubare Klassengröße waren viele rege Diskussionen möglich. Das hat uns alle sehr vorangebracht. Auch die Kommunikation unter den Studierenden hat hervorragend funktioniert. Ich halte auch heute noch Kontakt zu meinen ehemaligen Kommilitonen. Es ist interessant zu erfahren, was sich für Perspektiven nach dem Studium auftun und wer mittlerweile wo und womit beschäftigt ist.

Im Nachhinein habe ich nach meinem Job als Goldschmiedin durch das Studium an der Deutschen Hochschule meinen zweiten „Traumjob“ gefunden und überlege derzeit sogar, an der Hochschule im nächsten Jahr den Master anzufangen.

 
 

Herausgeber: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
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