Nach der Bertelsmann-Studie, die am 13. Januar vorgestellt wurde, sind sich die über 500 befragten Bildungsfachleute weitgehend einig in ihrer Kritik an den Maßnahmen des sogenannten Übergangssystems: Sie beklagen eine mangelnde Effektivität beim Einsatz von finanziellen Mitteln und Personal und die Unübersichtlichkeit der Bildungsgänge. Die Fachleute aus Betrieben, Schulen, Kammern, Forschungseinrichtungen und überbetrieblichen Bildungsstätten kamen zu dem Schluss, dass die Aktivitäten des Übergangssystems auch in Zukunft unverzichtbar seien, aber dringend reformiert werden müssten. In diesem Zusammenhang forderten sie ein eigenständiges Fach „Berufsorientierung“ in den allgemeinbildenden Schulen und feste Bezugspersonen, die insbesondere den gefährdeten Jugendlichen beim Übergang von der Schule in die Ausbildung zur Seite stehen.
Trotz aller Anstrengungen von Politik und Wirtschaft - z.B. der Qualifizierungsinitiative oder des Ausbildungspakts -, war es bisher nicht gelungen, mehr junge Leute gleich nach Abschluss ihrer Schulzeit in eine Ausbildung zu vermitteln. 2009 nahmen immer noch 34.000 Jugendliche zunächst an einer Maßnahme des sogenannten Übergangssystems teil, so ein weiteres Ergebnis der Studie der Bertelsmann-Stiftung, die für das Bundesinstitut für Berufsbildung durchgeführt wurde.
Pressemitteilung des BIBB vom 13. Januar 2011