Das duale System der Berufsausbildung erlebt seit Mitte der 90er Jahre einen Modernisierungsschub. Auslöser dafür waren in erster Linie veränderte Qualifikationsanforderungen, die mit den vorhandenen Ausbildungsprofilen nicht mehr umfassend abgedeckt werden konnten.
Die Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung mit zunehmendem internationalen Wettbewerb und technologischen Fortschritt, der Wandel zur Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft sowie der anhaltende Organisationswandel in den Unternehmen stellt zunehmend höhere Anforderungen an die Mitarbeiter. In der Folge verändern und erweitern sich die Qualifikationsanforderungen immer schneller.
Auch in Zukunft gilt es das vorhandene hohe Ausbildungsniveau zu sichern und auf die neuen Anforderungen hin auszurichten, um so die Grundlagen für Wachstum und Beschäftigung zu fördern. Daher muss das duale System der Berufsausbildung eine arbeitsmarktgerechte und zeitgemäße Qualifizierung der Auszubildenden gewährleisten. Die Sicherung eines ausreichenden Fachkräftenachwuchses stellt einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor dar, dessen Realisierung eine weitere Modernisierung der Berufsausbildung erfordert. In der Debatte zur strukturellen Weiterentwicklung der Berufsausbildung werden derzeit unterschiedliche Vorschläge diskutiert. Zentrale Themen sind die stärkere Verzahnung der Bildungsbereiche, die Förderung der Durchlässigkeit und der Flexibilität.
1. Verzahnung von Ausbildung, Weiterbildung und Studium:
3. Erhöhung der Durchlässigkeit
Ein Grund dafür, warum es in den letzten Jahren gelungen ist, Ausbildungsangebot und -nachfrage anzugleichen, ist auch die Modernisierung und Schaffung von Ausbildungsberufen. In den Jahren 1998 bis 2008 wurden insgesamt 162 Ausbildungsberufe modernisiert und 62 neu geordnet.
| Jahr |
neue Berufe |
modernisierte Berufe |
gesamt |
|---|---|---|---|
| 1998 |
11 |
18 |
29 |
| 1999 |
4 |
26 |
30 |
|
2000 |
4 |
9 |
13 |
| 2001 |
3 |
8 |
11 |
| 2002 |
8 |
11 |
19 |
| 2003 |
7 |
21 |
28 |
| 2004 |
5 |
25 |
30 |
| 2005 |
5 |
18 |
23 |
| 2006 |
4 |
17 |
21 |
| 2007 |
4 |
6 |
10 |
| 2008 |
7 |
3 |
10 |
| Gesamt |
62 |
162 |
224 |
In den vergangenen 10 Jahren wurden um ein Vielfaches mehr neue Berufe geschaffen als in den 15 Jahren zuvor. Dies ist als Beleg der Innovations- und Modernisierungsfähigkeit des dualen Systems der Berufsausbildung zu werten. Insbesondere da es gelungen ist auch im Dienstleistungsbereich neue Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen. Beispiel hierfür sind die kaufmännischen Ausbildungsberufe in den Bereichen Gesundheit, Veranstaltungswesen, Sport- und Fitness sowie die IT- und Medienberufe, die sich sehr erfolgreich am Ausbildungsmarkt etabliert haben (Tabelle 2).
| Ausbildungsberufe |
neu abgeschlossene Ausbildungsverträge |
|---|---|
| Fachinformatiker/-in |
8.727 |
| Informations und Telekommunikationssystem-Elektroniker/-in |
2.340 |
|
Informations und Telekommunikationssystem-Kaufmann/-frau |
2.246 |
|
Informatikkaufmann/-frau |
1.506 |
Nach wie vor besteht bzgl. der Berufsausbildung Flexibilisierungsbedarf. Hier können Zusatzqualifikationen einen entscheidenden Beitrag leisten. Sie stehen in Bezug zu den Ausbildungsinhalten, die in den Ausbildungsordnungen festgelegt sind. Zusatzqualifikationen vermitteln Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten, die sich am aktuellem betrieblichen Bedarf orientieren. In der Datenbank von AusbildungPlus finden Sie rund 2.300 solcher Angebote.
Mehr Informationen über Umfang und Struktur von Zusatzqualifikationen unter Zusatzqualifikationen - Umfang, Struktur, Teilnehmer.