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Innovationen in der Berufsausbildung

Information

Das duale System der Berufsausbildung erlebt seit Mitte der 90er Jahre einen Modernisierungsschub. Auslöser dafür waren in erster Linie veränderte Qualifikationsanforderungen, die mit den vorhandenen Ausbildungsprofilen nicht mehr umfassend abgedeckt werden konnten.

Die Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung mit zunehmendem internationalen Wettbewerb und technologischen Fortschritt, der Wandel zur Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft sowie der anhaltende Organisationswandel in den Unternehmen stellt zunehmend höhere Anforderungen an die Mitarbeiter. In der Folge verändern und erweitern sich die Qualifikationsanforderungen immer schneller.

Auch in Zukunft gilt es das vorhandene hohe Ausbildungsniveau zu sichern und auf die neuen Anforderungen hin auszurichten, um so die Grundlagen für Wachstum und Beschäftigung zu fördern. Daher muss das duale System der Berufsausbildung eine arbeitsmarktgerechte und zeitgemäße Qualifizierung der Auszubildenden gewährleisten. Die Sicherung eines ausreichenden Fachkräftenachwuchses stellt einen entscheidenden Wettbewerbsfaktor dar, dessen Realisierung eine weitere Modernisierung der Berufsausbildung erfordert. In der Debatte zur strukturellen Weiterentwicklung der Berufsausbildung werden derzeit unterschiedliche Vorschläge diskutiert. Zentrale Themen sind die stärkere Verzahnung der Bildungsbereiche, die Förderung der Durchlässigkeit und der Flexibilität.
 

1. Verzahnung von Ausbildung, Weiterbildung und Studium:

  • Förderung von dualen Studiengängen und Zusatzqualifikationen
  • Berufsbefähigende Ausgestaltung von Bachelorstudiengängen sicherstellen


2. Flexibilisierung der Berufsausbildung:

  • Schaffung von horizontalen und vertikalen Übergängen an den Schnittstellen des dualen Systems
  • Anrechnung von Leistungen berufsbildender Schulen und Zulassung von Absolventen der berufsbildenden Schulen zur Kammerprüfung
  • Weiterentwicklung der Ordnungspolitik: Ausbildungsordnungen basierend auf Kompetenzbeschreibungen
  • Bildung von Berufsgruppen mit gemeinsamen Ausbildungsinhalten
  • stärkere Nutzung von Zusatzqualifikationen


3. Erhöhung der Durchlässigkeit

  • Schaffung funktionsfähiger Übergänge und Anerkennung von Vorqualifikationen
  • Anrechnung beruflich erworbener Kompetenzen
  • Offene Gestaltung für den Hochschulzugang beruflich Qualifizierter

Ein Grund dafür, warum es in den letzten Jahren gelungen ist, Ausbildungsangebot und -nachfrage anzugleichen, ist auch die Modernisierung und Schaffung von Ausbildungsberufen.

Tabelle 1: Neue und modernisierte Ausbildungsberufe 1998-2010

Jahr neue Berufe modernisierte Berufe gesamt
1998

11

18

29

1999

4

25

29

2000

4

8

12

2001

3

8

11

2002

8

16

24

2003

8

22

30

2004

5

27

32

2005

5

18

23

2006

4

17

21

2007

3

19

22

2008

7

13

20

2009

2

12

14

2010

0

11

11

Gesamt

64

214

278

Quelle: Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2010, A5.1.2

In den Jahren 1998 bis 2010 wurden insgesamt 214 Ausbildungsberufe modernisiert und 64 neu geordnet. Dies ist als Beleg der Innovations- und Modernisierungsfähigkeit des dualen Systems der Berufsausbildung zu werten. Insbesondere da es gelungen ist auch im Dienstleistungsbereich neue Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen. Beispiel hierfür sind die kaufmännischen Ausbildungsberufe in den Bereichen Gesundheit, Veranstaltungswesen, Sport- und Fitness sowie die IT-  (Tabelle 2) und Medienberufe, die sich sehr erfolgreich am Ausbildungsmarkt etabliert haben.

Nach wie vor besteht bzgl. der Berufsausbildung Flexibilisierungsbedarf. Hier können Zusatzqualifikationen einen entscheidenden Beitrag leisten. Sie stehen in Bezug zu den Ausbildungsinhalten, die in den Ausbildungsordnungen festgelegt sind. Zusatzqualifikationen vermitteln Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten, die sich am aktuellem betrieblichen Bedarf orientieren. In der Datenbank von AusbildungPlus finden Sie rund 2.300 solcher Angebote.

Mehr Informationen über Umfang und Struktur von Zusatzqualifikationen unter Zusatzqualifikationen - Umfang, Struktur, Teilnehmer.


Tabelle 2: Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in IT-Berufen 2010

Ausbildungsberufe neu abgeschlossene Ausbildungsverträge
Fachinformatiker/-in

8.705

Informations und Telekommunikationssystem-Elektroniker/-in

1.911

Informations und Telekommunikationssystem-Kaufmann/-frau

1.715

Informatikkaufmann/-frau

1.213

Gesamt

13.544

Quelle: BIBB-Erhebung "Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge zum 30.09.", Tabelle 66 - 2010
 
 

Herausgeber: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)
Der Präsident
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