Derzeit sind rund ein Drittel der deutschen Studiengänge auf die gestuften Abschlüsse umgestellt. Im Jahr 2006 werden in Deutschland bis zu 35.000 Bachelor-Studenten ihren Abschluss machen, während die Zahl der Absolventen im Vorjahr erst bei rund 5.000 lag. Da bislang noch beide Arten von Abschlüssen, die bisherigen und die neuen, parallel angeboten werden, können sich Erstsemester noch bis zum Jahr 2010 entscheiden, für welchen Abschluss sie sich einschreiben. So lange stellt sich also für viele noch die Frage, welchen Abschluss sie anstreben.
Um Ihnen Bewertungskriterien an die Hand zu geben, haben wir zentrale Änderungen und Merkmale der internationalen Abschlüsse zusammengefasst:
Bachelor: Dieser erste Studienabschluss vermittelt Grundlagenwissen und Schlüsselqualifikationen. Anwendungsbezug und eine stärkere Praxisnähe als in traditionellen Studienmodellen sollen den Praxistransfer von Studieninhalten ermöglichen. Das berufsqualifizierende Bachelorstudium eröffnet gute Karrierechancen mit einem akademischen Abschluss.
Stufen: nach 3 – 4 Jahren wird der Bachelorabschluss erworben, darauf aufbauend kann der Master absolviert werden.
Master: Im Masterstudium können interdisziplinäre Studienkombinationen gewählt werden. Das Masterstudium ist forschungsorientiert und stellt die Grundlage für ein Promotionsstudium dar. Es kann direkt im Anschluss an die erste Stufe, parallel oder nach einer ersten Phase der Berufstätigkeit absolviert werden. Masterstudiengänge sind z. T. zulassungsbeschränkt, so dass keine Garantie auf den gewünschten Studienplatz besteht.
Modularisierung: Die Studieninhalte werden in klar definierte Module gegliedert, die als Themenblöcke aufeinander aufbauen. Unternehmen sollen bei der Entwicklung von Studieninhalten und Qualifikationsprofilen mitwirken.
Leistungspunkte: Studienleistungen werden im Laufe des Studiums nach definierten Lernleistungen bewertet, für die jeweils Punkte vergeben werden. Die Punktevergabe entspricht dem European Credit Transfer System (ECTS) und sorgt für mehr Transparenz von Studien- und Prüfungsleistungen. Durch studienbegleitende Prüfungen sind eine kontinuierliche Erfolgskontrolle und flexible Studiengestaltung auch über Ländergrenzen hinweg möglich.
Internationalisierung: Studieninhalte und -abschlüsse werden durch die Stufung, Modularisierung und Punktevergabe international vergleichbar. Die international anerkannten Abschlüsse und Dokumente fördern die Mobilität der Absolventen auch in der Berufstätigkeit; Austauschprogramme und Auslandsaufenthalte im Studium werden so vereinfacht.
Hochschulwechsel: Die Modularisierung der Studieninhalte sowie die Punktvergabe begünstigen einen bundesweiten wie auch internationalen Hochschulwechsel innerhalb des Studiums.
Schlüsselqualifikationen: Durch die Neugestaltung der Studiengänge sollen verstärkt auch aktive Lehr-, Lern- und Prüfungsformen, beispielsweise die Realisierung von Studienprojekten, integriert werden, die überfachliche Qualifikationen fördern. Zudem werden durch internationale Hochschulkontakte interkulturelle Kompetenzen gefördert.
Qualitätssicherung: Die Umstellung der Abschlüsse sowie das Angebot neuer Studiengänge unterliegen durch das Akkreditierungsverfahren einem Prozess der Qualitätssicherung.