Die neuen gestuften Studiengrade Bachelor und Master sollen die bisherigen Abschlüsse Diplom, Magister und – kontrovers diskutiert – auch das Staatsexamen ablösen. Dabei steht die internationale Vergleichbarkeit im Vordergrund der Umstellung. Diese Umstellung bringt strukturelle und inhaltliche Änderungen der Studiengänge mit sich: Das Bachelor-Studium ist straff organisiert, anwendungsbezogen, in Module aufgeteilt und mit Leistungspunkten versehen, die kontinuierliches Lernen fordern. Gleichzeitig sollen die Studierenden verstärkt überfachliche Qualifikationen wie Team- und Kommunikationsfähigkeit erwerben. Mit dem Bachelor erwirbt man nach drei bis vier Jahren den ersten berufsqualifizierenden akademischen Abschluss.
Darauf aufbauend kann mit dem ein- bis zweijährigen Masterstudium eine Spezialisierung erfolgen. Dies kann direkt im Anschluss an das Bachelorstudium, nach einigen Jahren Berufserfahrung oder parallel zur Berufstätigkeit absolviert werden. Das Masterstudium vertieft bereits erworbene Kenntnisse in einer vom Bachelor abweichenden Fachrichtung (fächerübergreifend) oder im bisherigen Studienfach (fachspezifisch). Ein abgeschlossener Master ist die Voraussetzung für ein Promotionsstudium.
Neu ist auch, dass die Hochschule ergänzend zu den offiziellen Abschlusszeugnissen das so genannte „Diploma Supplement“ ausstellt. Das Diploma Supplement beinhaltet einheitliche Angaben zur Beschreibung von Hochschulabschlüssen und damit verbundener Qualifikationen, die international verständlich sind.
Das auf Englisch verfasste Dokument beschreibt die Studieninhalte sowie Studienschwerpunkte. Es soll international und auch national die Bewertung und Einstufung von akademischen Abschlüssen sowohl für Hochschulen als auch für Arbeitgeber erleichtern und verbessern. Gleichzeitig wird das jeweilige Studiensystem des Landes knapp beschrieben. Bei einer Bewerbung auf dem internationalen Arbeitsmarkt hilft das Diploma Supplement so bei einer angemessenen Qualifikationseinstufung.
Im Einzelnen besteht das Diploma Supplement aus Angaben zur Person, zur Qualifikation, zum Niveau, Inhalt und Zweck der Qualifikation, zu den erzielten Ergebnissen, zur Beurkundung des Zusatzes und zum nationalen Hochschulsystem. Es ist kein Ersatz für Lebenslauf oder Zeugnis.
Für Hochschulen ist die Ausstellung des Diploma Supplements ab 2005 verpflichtend und für Absolventen kostenfrei. Seit Beginn des Jahres 2005 ist das Diploma Supplement ein Teil des "Europass", der arbeitsmarktrelevante Qualifikationen und Kompetenzen wie Lebenslauf, Fremdsprachen, Auslandserfahrungen international transparent dokumentiert.