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Einführung von Zusatzqualifikationen an Berufsschulen

Menschen

In Deutschland bieten über 700 Berufsschulen Zusatzqualifikationen an, an denen fast 45.000 Auszubildende teilnehmen. Zusatzqualifikationen sind bei Jugendlichen und Betrieben gleichermaßen beliebt, da sie einerseits das berufliche Vorankommen unterstützen und andererseits aktuellen Qualifikationsbedarf decken. Die Schulen können ihre Zusatzqualifikationen kostenlos in der bundesweiten Datenbank AusbildungPlus anbieten, wo sie monatlich regelmäßig von rund 100.000 Besuchern recherchiert werden.

AusbildungPlus hat diesen Handlungsleitfaden sowie eine daraus abgeleitete Checkliste für Berufsschulen erstellt, die ihr Lehrangebot mit Zusatzqualifikationen ergänzen möchten. Interessierte Lehrkräfte und Schulleiter/-innen können sich hier über folgende Themen informieren:

Bedarfsermittlung
Mögliche Kooperationen
Konzeption
Erfolgskontrolle
Checkliste

 
 
 
 

Bedarfsermittlung

Folgende Fragen können Ihnen bei der Ermittlung des eventuellen Bedarfs an Zusatzqualifikationen helfen: 

  • Fehlen weiterführende Inhalte in der Ausbildungsordnung bzw. benötigen Ihre Schüler/-innen Wissen aus anderen oder benachbarten Berufen, das für ihre spätere Berufstätigkeit erforderlich ist?
  • Sollten einzelne Fachkenntnisse und Fertigkeiten bei den Schülern/-innen in größerem Umfang gezielt vertieft werden?
  • Möchten Sie bestimmte Schlüsselqualifikationen bei Ihren Schülern/-innen noch intensiver fördern?
  • Könnten leistungsstarke Schüler/-innen noch stärker gefördert werden und so beruflich mehr leisten und sich auch persönlich weiter qualifizieren?
  • Wird an Ihrer Schule immer häufiger die Frage nach besseren Berufsaussichten der Schüler diskutiert?
  • Gibt es Anregungen der Ausbildungsbetriebe hinsichtlich weiterführender Unterrichtsthemen und Qualifikationen?
  • Äußern die Schüler/-innen konkrete Wünsche nach bestimmten Themen bzw. zum Erwerb zusätzlicher Qualifikationen?

Beziehen Sie für die Bedarfsermittlung Ihre Schüler/-innen, deren Ausbilder-/innen und Ihnen bekannte Unternehmen, andere Berufsschulen und Ihre Kammer mit ein!

Tipp: Um Anregungen zu möglichen Zusatzqualifikationen für Ihren Ausbildungsberuf zu erhalten, recherchieren Sie gezielt in der Datenbank AusbildungPlus. Wählen Sie den entsprechenden Ausbildungsberuf und schränken Sie die Suche eventuell regional ein. Da viele Angebote von Berufsschulen von Kammern zertifiziert werden, finden Sie entsprechende Zusatzqualifikationen, die von Berufsschulen angeboten werden, nicht nur unter der Anbieterart "Berufsschule", sondern auch unter anderen Zuordnungen wie z. B. IHK / IHK-Bildungszentrum.

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Mögliche Kooperationen

Wenn Sie an Ihrer Schule Bedarf an Zusatzqualifikationen festgestellt haben, prüfen Sie, ob andere Anbieter bereits Erfahrungen mit einem solchen Angebot gemacht haben. Dadurch könnten Sie Synergien nutzen und/oder sogar Kooperationen eingehen. Recherchieren Sie in der Datenbank AusbildungPlus, um folgende Fragen zu klären:     
  • Wer hat Erfahrungen mit dem von Ihnen gewünschten Thema und bietet Zusatzqualifikationen in dem Bereich an?
  • Können Sie Anregungen aus vorhandenen Zusatzqualifikationen übernehmen?
  • Welche Institutionen sind zu einer für Sie interessanten Zusatzqualifikation aufgeführt, mit denen Sie kooperieren könnten (z. B. Unternehmen, Hersteller/Lieferanten, andere Berufsschulen, überbetriebliche Bildungsstätten, private Bildungsträger, Ausbildungsverbünde, Kammern, Berufs-/Verbände, Gewerkschaften, Arbeitsagentur, Arbeitgeberberatung)? Recherchieren Sie nicht nur nach streng inhaltlichen Kriterien. Berücksichtigen Sie auch Ort, Region, Bildungseinrichtung etc.
Bei der Entwicklung von Kooperationsmodellen sollten folgende Fragen ebenfalls berücksichtigt werden:
  • Wer ist verantwortlich für Kontaktanbahnung und -pflege? Legen Sie konkrete Ansprechpartner fest!
  • Existiert möglicherweise bereits ein Kontakt zwischen Ihrer Schule und dem gewünschten Kooperationspartner?
  • Soll nur mit einem Kooperationspartner zusammengearbeitet werden oder mit mehreren im Sinne eines „Kooperationsnetzwerks“?
  • Inwiefern können die Partner durch eine Kooperation mit Ihnen profitieren?
  • Was können und sollen die jeweiligen Kooperationspartner zur Zielerreichung beitragen? Fixieren Sie die gemeinsamen Ziele schriftlich und regeln Sie die Beiträge der jeweiligen Partner in einer Vereinbarung.
Erstellen Sie einen Zeitplan und überprüfen Sie immer wieder den Stand der Kooperation. Planen Sie regelmäßige Feedbackbackgespräche ein.

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Konzeption

Zusatzqualifikationen sollten inhaltlich möglichst präzise beschrieben und schriftlich fixiert werden.     

  • Welche Lehrinhalte mit welchen Schwerpunkten werden von wem benötigt? Definieren Sie möglichst genau Inhalte, Schwerpunkte und Zielgruppe der Zusatzqualifikation.
  • Welche Bezeichnung und welches Ziel hat die Zusatzqualifikation?
  • Liegen bereits Lehrpläne vor?
  • Wie soll der zeitliche Rahmen aussehen bzw. wie viele Gesamtstunden sind dafür notwendig?
  • Soll die Zusatzqualifikation als Einzelveranstaltung stattfinden oder kann ein modularer Aufbau erfolgen?
  • Kommt Onlineunterricht, Telelearning oder Fernunterricht in Frage? Welche weiteren Lehrmethoden können angewandt werden?
  • Welches Lehrmaterial wird benötigt?
  • Haben die Schüler zur Vor- und Nachbereitung von Lerninhalten Zugang zu Bibliotheken, Mediendatenbanken und zum Internet?
  • Ist moderne IT-Technik vorhanden oder muss sie angeschafft werden (hier ggf. Fördermöglichkeiten beachten)?
  • Kann ein Abschluss erlangt werden? Gibt es eine entsprechende Prüfung (ggf. mit Kammer-Beteiligung)?
  • Welche Art von Prüfung ist vorgesehen? Schriftlich, mündlich, Projektarbeit oder Präsentation?
  • Falls es keinen offiziellen Abschluss gibt: Soll ein Teilnahmezertifikat ausgehändigt werden?
  • Gibt es die Möglichkeit einer Anrechnung auf Fort- und Weiterbildungsprüfungen (z. B. für die Meisterprüfung)? Weitere Informationen zur Verzahnung von Ausbildung und Weiterbildung erhalten Sie hier.

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Erfolgskontrolle

Ob Ihre Entscheidung zur Einführung von Zusatzqualifikationen richtig war, sollten Sie nicht nur nach dem ersten Absolventenjahrgang, sondern laufend überprüfen.

  • Fragen Sie die Schüler/-innen nach ihrer Einschätzung der Maßnahme.
  • Prüfen Sie, ob die Leistungsmotivation der Schüler/-innen für ihre Ausbildung gestiegen ist.
  • Bitten Sie die durchführenden Lehrkräfte regelmäßig um Rückmeldungen.
  • Bitten Sie die Ausbildungsbetriebe um ihre Einschätzung der Zusatzqualifikation. Welcher effektive Nutzen kann festgestellt werden?
  • Kontrollieren Sie, ob sich durch die Zusatzqualifikation eine höhere berufliche Handlungskompetenz der Schüler/-innen ergibt.
  • Führen Sie Aufstellungen über Quoten derer, die abbrechen oder die Prüfungen nicht schaffen. Informieren Sie sich über die Gründe von Abbruch oder Prüfungsversagen.
  • Falls die Möglichkeit besteht, befragen Sie ehemalige Teilnehmer/-innen nach dem beruflichen Nutzen der Maßnahme.
  • Überlegen Sie, ob eine Weiterentwicklung des Konzepts notwendig ist.
  • Berücksichtigen Sie Trends in der Berufsausbildung sowie neue Entwicklungen bei Berufsprofilen. Weitere Informationen zum Thema Qualifikationstrends in der Berufsausbildung erhalten sie hier.

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Checkliste

Hier erhalten Sie die aus diesem Handlungsleitfaden abgeleitete Checkliste zur Einführung von Zusatzqualifikationen an Berufsschulen.

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