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Zusatzqualifikationen - Tipps zur Einführung für Betriebe

Information

Betriebe können ihre Ausbildungsangebote kostenlos in die bundesweite Datenbank von AusbildungPlus einstellen, wo sie monatlich regelmäßig von über 100.000 Besuchern recherchiert werden. Dadurch sind sie besonders für hoch qualifizierte, leistungsbereite Jugendliche attraktiv.

Das Team von AusbildungPlus hat eine Anleitung für Betriebe erstellt, die Zusatzqualifikationen einführen möchten. Interessierte Ausbilder/-innen und Ausbildungsleiter/-innen können sich zu folgenden Themen informieren: 

Bedarfsermittlung
Synergien und Kooperationen
Konzeption
Organisation
Erfolgskontrolle

 
 
 
 

Bedarfsermittlung

Die folgenden Fragen können Ihnen helfen heraus zu finden, ob Ihr Betrieb Bedarf an Zusatzqualifikationen hat, und wenn ja, an welchen. Wenn Sie nur eine der folgenden Fragen mit „Ja“ beantworten, sollten Sie die Einführung einer Zusatzqualifikation ernsthaft in Erwägung ziehen.

  • Fehlen Ihnen bestimmte Inhalte in der Ausbildungsordnung bzw. benötigen Ihre Auszubildenden Wissen aus anderen oder benachbarten Berufen, die für den Einsatz im Betriebsablauf notwendig sind?
  • Sollten einzelne Fachkenntnisse und Fertigkeiten bei den Auszubildenden gezielt vertieft werden?
  • Wünschen Sie eine intensive Förderung von Schlüsselqualifikationen für Ihre Auszubildenden?
  • Sind Ihre Auszubildenden unterfordert, d.h. könnten sie gefördert werden und damit mehr für den Betrieb leisten?
  • Sehen Sie eine Möglichkeit zur Verzahnung von Aus- und Weiterbildung, um eine kostenbewusste Qualifizierung für den späteren Einsatz im Betrieb zu erreichen?
  • Möchten Sie gezielte Nachwuchsförderung betreiben, um Ihre Wettbewerbsfähigkeit durch die Förderung der eigenen Auszubildenden zu steigern?
  • Möchten Sie Ihre Auszubildenden nach der Ausbildung langfristig an Ihr Unternehmen binden?
  • Brauchen Sie zur Rekrutierung geeigneter Bewerber/-innen eine Besonderheit in Ihrer Ausbildung?

Befragen Sie für Ihre Bedarfsermittlung Ihre Ausbilder/-innen, die Auszubildenden selbst, Ihre Personalabteilung oder andere Ihnen bekannte Unternehmen mit dem gleichen Ausbildungsberuf, Ihre Berufsschule oder Ihre Kammer!

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Synergien und Kooperationen

Nachdem Sie betrieblichen Bedarf an Zusatzqualifikationen festgestellt haben, und bevor Sie mit der konkreten Gestaltung Ihrer Vorstellungen beginnen, sollten Sie prüfen, ob andere Anbieter bereits entsprechende Erfahrungen gemacht haben. Dadurch können Sie Synergien nutzen und/oder sogar Kooperationen eingehen. Recherchieren Sie in der Datenbank AusbildungPlus, um folgende Fragen zu klären:

  • Wer hat Erfahrungen mit dem von Ihnen gewünschten Thema und bietet Zusatzqualifikationen in dem Bereich an?
  • Können Sie Anregungen aus vorhandenen Zusatzqualifikationen übernehmen, oder müssen Sie eine neue Zusatzqualifikation für Ihr Unternehmen konzipieren?
  • Recherchieren Sie nicht nur nach streng inhaltlichen Kriterien. Möglicherweise können Sie weitere Anregungen für die von Ihnen gewünschte Zusatzqualifikation übernehmen. Berücksichtigen Sie auch Ort, Region, Bildungseinrichtung, etc.
  • Welche Institutionen werden zu einer für Sie interessanten Zusatzqualifikation genannt, mit denen Sie kooperieren könnten? (z. B. andere Unternehmen, Hersteller/Lieferanten, Berufsschulen, private Bildungsträger, Ausbildungsverbünde, Kammern, Verbände.)


Außerdem zu bedenken:

Viele Zusatzqualifikationen werden von Berufsschulen angeboten und stehen allen Auszubildenden der Schule offen – unabhängig vom Ausbildungsbetrieb. Zum Beispiel Fremdsprachenkurse, EDV-Zertifikate oder der Erwerb der (Fach-) Hochschulreife. Da nicht unbedingt alle Schulen ihr Angebot in AusbildungPlus gemeldet haben, fragen Sie in Ihrer Berufsschule nach und weisen Sie Ihre Auszubildenden auf diese Möglichkeiten hin!

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Konzeption

Zusatzqualifikationen sollten inhaltlich möglichst präzise fixiert und schriftlich festgehalten werden.

  • Welche Lehrinhalte mit welchen Schwerpunkten werden benötigt?
  • Wie soll der zeitliche Rahmen aussehen bzw. wie viele Gesamtstunden sind dafür notwendig?
  • Soll die Zusatzqualifikation als Einzelveranstaltung stattfinden oder kann ein modularer Aufbau überlegt werden?
  • Welche Lehrmethoden können angewandt werden (ggf. E-Learning, CBT, o. ä.)?
  • Welches Lehrmaterial wird benötigt?
  • Kann ein Abschluss erlangt werden? Gibt es eine Prüfung (ggf. mit Kammer-Beteiligung)?
  • Falls es keinen offiziellen Abschluss gibt: Soll ein Teilnahmezertifikat ausgehändigt werden?
  • Gibt es die Möglichkeit einer Anrechnung auf Fort- und Weiterbildungsprüfungen (z.B. für die Meisterprüfung)?

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Organisation

Im Gegensatz zur inhaltlichen Gestaltung könnte die Organisation stärker durch externe Einflüsse (z.B. Kooperationspartner) bestimmt werden. Allerdings sind hier kurz- und mittelfristige Änderungen wesentlich eher möglich, als bei den Inhalten.

  • Ist die Zusatzqualifikation im eigenen Betrieb durchführbar oder müssen andere Räumlichkeiten gesucht werden?
  • Ist die entsprechende Ausrüstung vorhanden?
  • Wer kann die Qualifizierung durchführen (eigenes Personal oder externe Referenten)?
  • Wie kann die Maßnahme zeitlich und organisatorisch in den Betriebsablauf integriert werden? Soll der Auszubildende beispielsweise in seiner Freizeit lernen?
  • Welche Kooperationspartner kommen in Frage? Kammern, Berufs-/Verbände, Gewerkschaften, Hersteller/Lieferanten, private Bildungsträger, Berufsschulen, andere Betriebe vor Ort, Ausbildungsverbünde, überbetriebliche Bildungsstätten, Arbeitsagentur (Arbeitgeberberatung)?
  • Welche Auszubildenden kommen für eine Zusatzqualifikation in Frage?
  • Wie kann ein Feedback aussehen?
  • Wie sieht eine Kosten-Nutzen-Rechnung aus? Sollen beispielsweise die Auszubildenden an den Kosten beteiligt werden oder kann eine Kostensenkung z. B. durch die Kooperation mit anderen Unternehmen erreicht werden?

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Erfolgskontrolle

Ob Ihre Entscheidung zur Einführung von Zusatzqualifikationen richtig war, sollten Sie nicht nur nach dem ersten Absolventenjahrgang, sondern laufend überprüfen.

  • Fragen Sie die Auszubildenden nach ihrer Einschätzung der Maßnahme?
  • Prüfen Sie, ob die Leistungsmotivation der Auszubildenden für den Einsatz im Betrieb gestiegen ist?
  • Bitten Sie die Lehrenden und Ausbilder/-innen regelmäßig um Rückmeldungen.
  • Kontrollieren Sie, ob sich durch die Zusatzqualifikation bessere Einsatzmöglichkeiten des Auszubildenden im Betriebsablauf ergeben?
  • Überlegen Sie, ob eine Weiter- oder Neuentwicklung des Konzepts notwendig ist?

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